Neckarsulmer Unternehmen entwickelt KI-Assistenten mit Bauchgefühl

"What would Heinz do"? Wie die HeinzAI 40 Jahre Fachwissen rettet

Bei der Beratungsfirma Xeptum kamen bisher alle Kolleginnen und Kollegen zu Heinz Schäfer, wenn sie nicht mehr weiter wussten. Doch er plant die Rente. Nun soll eine KI helfen.

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"Hi, ich bin neu hier", stellt sich eine junge Mitarbeiterin vor und reicht Heinz Schäfer die Hand. "Ich nicht", sagt der lächelnd. Heinz Schäfer kennen bei der Beratungsfirma Xeptum aus Neckarsulm (Kreis Heilbronn) gerade noch alle, aber nicht mehr lange. Wann er aussteigt, ist noch nicht ganz klar, aber nach rund 40 Jahren Arbeitsleben kommt das Ende langsam in Sicht. In Kürze löst ihn annähernd die HeinzAI ab, ein Chatbot.

Wenn ältere Kollegen gehen, hilft KI das Wissen zu sichern

Auf die Idee kam Vorstandssprecher Peter Eisele, als Heinz Schäfer ihn auf das Problem ansprach. Er betreut schließlich manche Kunden schon seit 20 Jahren und löst ihre Probleme als SAP-Berater. Heinz Schäfer wurde also mehrmals interviewt, wie er Probleme löst und seine Dokumente analysiert. Und dabei wollte Eisele nicht nur sein Wissen einfangen, sondern auch seine Erfahrung.

Wir wollen dieses Bauchgefühl abbilden in einer KI.

Eine Künstliche Intelligenz mit Bauchgefühl - der Chatbot soll Lösungen aufzeigen, wie sie vielleicht auch Heinz Schäfer gefunden hätte. Weil die KI weiß, wie er bisher Probleme gelöst hat, soll sie zeigen, wie er neue Probleme lösen würde.

Mitarbeiter vor einem Laptop
Neuere Mitarbeitende wie Nora Link und Marco Längin schätzen den Rat von Heinz Schäfer (zweiter von rechts). Peter Eisele (rechts) hatte die Idee, die Erfahrung seines Mitarbeiters digital zu konservieren.

HeinzAI soll auch mit Persönlichkeit überzeugen

Und wie gut klappt es schon? Frage an die junge Mitarbeiterin Nora Link, die seit anderthalb Jahren im Unternehmen arbeitet. "Sein Witz ist noch nicht übertragen worden!", sagt Link. Aber sie bekomme Antworten, die so gut strukturiert sind, wie wenn Heinz Schäfer antworten würde, und keine halluzinierten Infos.

An der Persönlichkeit arbeitet die Firma noch: Eine Mitarbeiterin wurde extra eingestellt, die psychologische Profile mit der KI erarbeitet. Nicht nur das Wissen und der Witz von Heinz Schäfer sollen zugänglich gemacht werden. Auch der Fortschritt, den jeden Tag die rund 50 Mitarbeitenden machen, soll konserviert werden. Denn so komme die Firma gar nicht mehr in die Situation, dass Wissen mit dem Renteneintritt abfließt, hofft Vorstandssprecher Peter Eisele.

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