Am Audi-Standort in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) kommt es in den nächsten Tagen zu einem Stopp in der Produktion. Das Unternehmen reagiere "flexibel auf aktuelle Nachfrageveränderungen aus den Märkten", heißt es. Deshalb gibt es an den kommenden beiden Freitagen keine Produktion. Die Montage der Modelle A5 und A6 läuft in den nächsten Wochen teilweise nur im Einschichtbetrieb statt im Dreischichtbetrieb.
Wirtschaftliche Unsicherheiten bei Audi
Audi hat von Januar bis September weltweit rund 1,18 Millionen Autos verkauft. Das ist ein Minus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ob es bis Weihnachten weitere Ausfälle gibt, ist unklar. Immerhin liegt die Produktion in Neckarsulm derzeit über dem Vorjahresniveau.
Gleichzeitig hätte Audi laut der Sprecherin mit erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten zu kämpfen. Vor allem die Zollsituation in den USA und ein unsicheres Förderumfeld bei E-Modellen würden sich bemerkbar machen.
Durch die hohen US-Zölle rechnet Audi mit zusätzlichen Kosten von 1,3 Milliarden Euro bis Jahresende. Der Autobauer würde regelmäßig sein Produktionsvolumen an allen Standorten überprüfen und flexibel auf aktuelle Nachfrageveränderungen aus den Märkten reagieren.
Aufatmen bei Audi nach Chip-Krise
Für Unsicherheiten sorgte zuletzt auch ein Mangel an Computer-Chips aus China. Vor wenigen Tagen wurde allerdings bekannt, dass der Niederländische Chip-Hersteller Nexperia wieder Teile liefert. Audi selbst bezieht zwar keine Chips direkt von Nexperia, viele Zulieferer jedoch schon. Deshalb wird am Standort Neckarsulm nur von Woche zu Woche geplant. Auch Kurzarbeit drohte, hätte sich die Liefersituation verschlechtert.
Produktion bisher ohne Einschränkungen Chip-Nachschub gesichert: Audi kann wieder aufatmen
Von Woche zu Woche: So wurde die Produktion bei Audi geplant. Denn der Nachschub an Chips war alles andere als gesichert. Derweil steigt die Nachfrage nach E-Autos.
Die Produktion mit Blick auf die Chip-Verfügbarkeit sei für diese Woche bei Audi abgesichert, erklärte eine Sprecherin am Mittwoch. Das gelte auch für die nächste Woche. Vor dem Hintergrund der dynamischen Lage könnten kurzfristige Auswirkungen auf die Produktion jedoch weiterhin nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.