Mutter muss Urlaub stornieren - "komm mir verarscht vor"

Autolöwen-Insolvenz: Wurden Kunden mit Rabatten gelockt und zum schnellen Bezahlen gedrängt?

Im April hat die Autohausgruppe Autolöwen mit Sitz in Schwäbisch Hall Insolvenz angemeldet. Kurz zuvor sollen Kunden mit Rabatten gelockt worden sein. Eine Betroffene berichtet.

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Von Autor/in Luca Bauer

Die insolvente Autohausgruppe Autolöwen mit Sitz in Schwäbisch Hall soll Kundinnen und Kunden kurz vor der Insolvenzanmeldung dazu gedrängt haben, reduzierte Autos zu kaufen und gleich zu bezahlen. So ging es auch Tamara Buwing aus Ittlingen (Kreis Heilbronn), die durch den Kauf eines Gebrauchtwagen 14.800 Euro verlor. Fünf Tage bevor das Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellte, hatte sie ihr Auto gekauft.

Die Mutter verliert wohl nicht nur fast das komplette Geld, sondern muss auch einen Urlaub mit ihrer Tochter stornieren. Sie überlegt, den Arbeitgeber zu wechseln, damit sie mit ihrem 190.000 Kilometer alten Auto eine kürzere Strecke hat.

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Auto mit Rabatt: Geld sollte schnell an Autolöwen überweisen werden

"Es kann mir keiner weismachen, dass das Unternehmen bei meinem Kauf nicht von der Insolvenz wusste", sagte Buwing im Gespräch mit dem SWR. Sie finde das ein Unding und komme sich ziemlich "verarscht vor". Über das Internet war sie auf den Gebrauchtwagen aufmerksam geworden, der um mehrere tausend Euro reduziert war. Sie hatte sich vorher extra über das Autohaus mit acht Standorten, unter anderem in Heilbronn und Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall), informiert. Von Bekannten hatte sie nur Gutes gehört.

Beim Kauf wurde sie darum gebeten, das Geld schnell zu überweisen, damit der Gebrauchtwagen nach Zahlungseingang direkt zur Inspektion und zum TÜV kam. Einen Tag später überwies sie ihr erspartes Geld von knapp 15.000 Euro. Darüber hinaus wurde sie beim Kauf informiert, dass es rund vier Wochen dauere, bis sie ihr Auto bekommt. Als Grund nannte der Verkäufer den großen Abkauf.

Drei Wochen nach dem Kauf bekam sie dann nicht Post von der Autohausgruppe, sondern auch von einer Kanzlei. Die informierte sie über das Insolvenzverfahren.

Der von Tamara Buwing bezahlte Opel Mokka stand nach der Insolvenz weiterhin auf dem Hof von Autolöwen.
Der von Tamara Buwing bezahlte Opel Mokka stand nach der Insolvenz weiterhin auf dem Hof von Autolöwen. Tamara Buwing

Autolöwen Schwäbisch Hall: Anzeigen wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung

Sämtliche Nachfragen bei der Kanzlei und auch beim Autohaus vor Ort blieben ohne Erfolg. Ende September gibt es einen Termin beim Amtsgericht, bei dem die Gläubiger informiert werden, wie viel Geld vorhanden ist und wie es aufgeteilt werden könnte. Der Anwalt von Tamara Buwing rechnet sich keine großen Chancen aus. Maximal ein paar hundert Euro dürfte sie zurückbekommen.

Rund 110 Kundinnen und Kunden der insolventen Autolöwen Gruppe haben Autos bezahlt, die sie nie bekommen haben. Nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Markus Schuster ist das Geld voraussichtlich weg, er beziffert den Schaden auf 2,9 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn bestätigt, dass neun Strafanzeigen wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung eingegangen sind.

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