Die Stadt Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) hat die Versiegelung eines im November zwangsgeräumten Wohnblocks aufgehoben. Das hat ein Stadtsprecher auf SWR-Anfrage erklärt. Wohnen darf in dem Gebäude, in dem schwere Brandschutzmängel festgestellt wurden, allerdings nach wie vor niemand. Nach Angaben der Stadt haben die Eigentümer des Wohnblocks Fachleute beauftragt, die den Gebäudekomplex vermessen. Dies wird in der Regel gemacht, um die Kosten für eine Instandsetzung zu kalkulieren.
Nach Zwangsräumung: Viele Mieterinnen und Mieter mit neuen Wohnungen
Da sich in dem Haus nun etwas tut und es konkrete Arbeiten gibt, dürfen die Eigentümer das Haus wieder ohne Genehmigung der Behörde betreten. Ein Bauantrag liegt aber noch nicht vor. Die Stadt hatte im November die Nutzung des Gebäudes verboten, weil die Eigentümer massive Mängel beim Brandschutz rund zwei Jahre lang nicht behoben hatten. Die Bewohner der 87 Wohnungen verloren ihr Zuhause.
Von den über 30 Menschen, die im vergangenen November in städtischen Unterkünften aufgenommen wurden, leben dort zurzeit noch elf von ihnen. Die anderen haben mit Vermittlungshilfe durch die Stadt inzwischen eine neue Wohnung gefunden.
Fall von Siegelbruch in Bad Mergentheimer Wohnblock
Das Gebäude wurde Ende vergangen Jahres von der Polizei geräumt. Das Gebäude sei in einem "eklatanten Zustand", schrieb die Stadt damals in einem Brief an die Mieterinnen und Mieter. Es herrsche "Gefahr für Leib und Leben", hieß es darin. Seit der Räumung waren das Haus und die Wohnungen versiegelt. In den vergangenen Monaten registrierte die Stadt einen Fall von Siegelbruch, der zur Anzeige gebracht wurde.