Landwirte nach Gesprächen mit Lidl nicht ganz zufrieden

Bauerndemo in Bad Wimpfen beendet: Es könnte nicht der letzte Protest gewesen sein

Zahlreiche Landwirte haben vor der Lidl-Zentrale in Bad Wimpfen wegen der Butterpreise protestiert. Nach Gesprächen ist die Demo beendet - doch es könnte weitere Proteste geben.

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Von Autor/in Luisa Funk, Jan Arnecke, Ulrike Schirmer

Die Bauerndemo vor der Lidl-Zentrale in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) ist offiziell beendet. Zu der Demonstration hatte der Vereins "Land schafft Verbindung BW" (LSV), ein Zusammenschluss von Landwirten, aufgerufen. Nach Angaben der Polizei waren knapp 150 Traktoren vor der Lidl-Zentrale. Nach Gesprächen zwischen Lidl und den Landwirten ist die Demonstration aufgelöst. Es könnten aber weitere Proteste folgen.

Landwirte ziehen nach Gesprächen mit Lidl aus Bad Wimpfen ab

Ein Ziel des Vereins sei es gewesen, direkt mit Vertretern des Discounters sprechen zu können, betonte der erste Vorsitzende Christian Coenen bereits im Vorfeld. Das scheint gelungen zu sein. Drei Vertreter von "Land schafft Verbindung BW" durften für einen Austausch in die Zentrale. Nach zwei Stunden Gespräch waren die Landwirte aber nur zum Teil zufrieden.

Laut Coenen hätte man sich deutlichere Zusagen gewünscht. Stattdessen gab es eine Einladung zu einem Treffen mehrerer Discounter am Dienstag in Berlin. Zumindest für 2025 kündigte Coenen dem SWR gegenüber daher an, dass es keine weiteren Proteste geben soll. Allerdings wolle man sich auch nicht erneut in einen Prozess verwickeln lassen, der dann ein halbes Jahr ins Land zieht. Sollte sich nicht schnell etwas ändern, könnte bereits Anfang 2026 die nächste Demonstration drohen, betont der Vereinsvorsitzende.

Bauerndemo bei Lidl: Kritik an Milch- und Butterpreisen

Der Verein LSV hatte eine Kundgebung und Mahnwache vor der Lidl-Zentrale abgehalten. Sie kritisieren die aktuelle Preispolitik des Discounters. Vor allem die Milch- und Butterpreise treiben die Bauern um. Coenen und der Verein werfen Lidl vor, die Butter "zu verramschen".

Davon könne kein Landwirt leben, so die Kritik. "Die Praxis, Lebensmittel unter ihren Produktionskosten zu verkaufen, untergräbt die wirtschaftliche Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion", schreibt der Verein in einer entsprechenden Online-Petition. Zuletzt wurde bei Lidl die 250-Gramm-Packung Butter für 99 Cent verkauft.

Traktoren vor Lidl in Bad Wimpfen. Ein Verein aus Landwirten hat zu einer Demonstration aufgerufen: Sie kritisieren die Butterpreise.
Laut Polizei sind fast 150 Traktoren zur Lidl-Zentrale nach Bad Wimpfen gefahren - dort wurden die größten Verkehrsbeeinträchtigungen erwartet. Jens Nising

Discounter verteidigt Butterpreis: Überschuss an Rohmilch

Der Discounter hat seine Preise am Montag auf SWR-Nachfrage erneut verteidigt. Lidl begründet sie wie schon in der vergangenen Woche mit einer Ausnahmesituation. Demnach gibt es einen großen Überschuss an Rohmilch auf dem Weltmarkt. Und der müsse abgebaut werden, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Discounter. Denn sonst drohe ein noch größerer Preissturz.

Laut Coenen liege der Butterpreis im EU-Ausland, beispielsweise in den Niederlanden, aktuell bei etwa drei Euro. Seiner Ansicht nach könne also kaum von einem Überschuss auf dem Weltmarkt die Rede sein.

Traktoren vor Lidl in Bad Wimpfen. Ein Verein aus Landwirten hat zu einer Demonstration aufgerufen: Sie kritisieren die Butterpreise.
Seit dem Montagmorgen stehen Traktoren vor Lidl in Bad Wimpfen. Ein Verein aus Landwirten hat zu einer Demonstration aufgerufen: Sie kritisieren die Butterpreise. Jens Nising

Bauern aus ganz BW demonstrieren bei Lidl in Bad Wimpfen

Die Landwirte kamen mit ihren Traktoren aus ganz Baden-Württemberg, aber auch aus Rheinland-Pfalz. Vor Ort protestieren jedoch nicht nur Milchbauern gegen die niedrigen Butterpreise. Auch Weingärtner und Zuckerrübenbauern haben sich den Demonstrierenden angeschlossen. Letztere berichten, dass Südzucker sie dazu aufgefordert habe, weniger anzubauen.

Die Landwirte betonen - wenn Dieter Schwarz, Unternehmer und Gründer der Schwarz-Gruppe, die Stadt Heilbronn unterstützt, müssten auch die regionalen Erzeuger gefördert werden, damit sie wirtschaftlich arbeiten können.

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