Ab dem 28. Mai treten in Herzogenaurach (Bayern) zwei Projekte aus Heilbronn im Bundesfinale von Jugend forscht an. Mit dabei ist die 19-jährige Timea Probost aus Heilbronn. Sie forscht an einem veganen Käse, der besser sein soll als der aus dem Supermarkt: Gut schmeckend, gut schmelzend und mit guten Nährwerten soll er sein.
Forschen an veganem Käse: Käsealternativen im Supermarkt nicht nach Timeas Geschmack
Dass Timea an ihrem eigenen veganen Käse forscht, ist aus eigener Betroffenheit heraus passiert. Sie verträgt das Eiweiß im Käse nicht und muss deshalb auf die veganen Alternativen im Supermarkt zurückgreifen. Doch die passen ihr so gar nicht: "Weder das Schmelzverhalten, noch der Proteingehalt, noch irgendwie der Geschmack haben mir zugesagt", erklärt sie.
Über ihr Problem, den perfekten veganen Käse zu finden, spricht sie mit einem Kollegen des Jugendforschungszentrums der experimenta in Heilbronn. Aus der Frage, warum es kein Produkt gibt, das alles kann, ist dann das Forschungsprojekt entstanden.
Entwicklung von veganem Käse: Besonders Schmelzverhalten schwierig
Im Oktober fing Timea an zu recherchieren, wie veganer Käse eigentlich hergestellt wird. Im Dezember hat sie dann ihren ersten Prototypen hergestellt. "Der sah noch etwas aus wie Knete", erinnert sie sich grinsend. Doch inzwischen hat Timea schon Varianten hergestellt, die vom Aussehen her an Käse erinnern und von anderen gerne probiert werden.
Die Resonanz auch in den Vorrunden zum Bundesfinale für Jugend forscht sei sehr gut gewesen. Viele würden auf genauso ein Produkt hoffen. Timea könnte sich grundsätzlich auch vorstellen, ihren Käse irgendwann im Supermarkt anzubieten.
Aber Timea ist noch lange nicht zufrieden. Sie hat noch neue Ansätze, die sie ausprobieren will. Aktuell feilt sie daran, dass der Käse richtig schön verläuft und Fäden zieht. Und das ist laut der 19-Jährigen der schwierigste Teil bei der Entwicklung.
Chemie verstehen durch eigene Forschung an veganem Käse
Dass Timea mal einen eigenen Käse erfindet, hätte sie in ihrer Schulzeit eher nicht gedacht. Damals hat sie sich nicht besonders für Biologie oder Chemie interessiert. Und auch das Einlesen zu Beginn des Projekts sei erstmal sehr mühsam gewesen, berichtet sie.
Inzwischen verstehe sie Chemie aber viel besser. Es sei einfacher geworden durch die praktische Erfahrung an ihrem eigenen Projekt. So habe sie über die Literatur immer direkt nachvollziehen können, was genau sie da eigentlich gemacht hat.
Zwei Projekte aus Heilbronn beim Bundesfinale von Jugend forscht
Neben Timea tritt auch der 20-jährige Julian Scharnowski aus Heilbronn beim Bundesfinale von Jugend forscht an. Er konstruiert eine kostengünstige Präzisionspinzette, die vor allem bei Prototypen, aber auch im Hobbybereich genutzt werden soll. Mit seiner Pinzette können Platinen einfach und fehlerfrei bestückt werden.
Beim Finale will Timea Probost vor allem einen guten Vortrag vor der Jury halten und optimal auf ihre Nachfragen antworten. "Eine Platzierung wäre natürlich schön, da hoffe ich auch drauf." Ob Timea oder Julian zu den Gewinnern gehören, wird am 31. Mai bekannt gegeben.