Am 17. Januar startet in Stuttgart die Reisemesse CMT. Im Trend liegen Reiseländer wie Albanien und Japan. Auch Outdoor-Urlaube, die vor allem am ersten CMT-Wochenende präsentiert werden, sind seit einiger Zeit besonders beliebt. Befeuert werde dieser Trend durch TV- und Onlineformate wie "7 vs. Wild", sagt Julius Gaub von der Outdoor Company in Heilbronn.
Bei den Outdoor-Touren in Europa seien zurzeit die Zugspitze aber auch der Klassiker von Oberstdorf nach Meran sehr gefragt. Dabei gebe es auch tolle Alternativen abseits des Massentourismus, so Gaub. Beispiele sind die Wanderung von Brione nach Giumaglio in der Schweiz oder eine Wanderung zur Scheibenwand in Bayern.
Leichtere Kleidung sowie Schutz vor UV-Strahlen und Insekten
Bei Outdoor-Kleidung und Ausrüstung wie Rucksäcken setzen die Hersteller auf möglichst wenig Gewicht. Gaub und seine Kollegen im Fachgeschäft sehen dies mit Skepsis, denn sie fürchten, dass dieser Weg zulasten der Haltbarkeit gehen könnte.
Neben leichten Materialien wünschten sich die Kundinnen und Kunden mehr Schutz vor UV-Strahlen und Insekten, so Gaub. Auch hier reagierten die Hersteller nun mit entsprechenden Angeboten, die Auswahl sei momentan aber noch begrenzt.
Psychologie hinter dem Outdoor-Trend
"Hinter dem Outdoor-Trend steckt oft das Bedürfnis nach Autonomie und Individualität", sagt Ralf Bochert. Er ist Professor für Tourismusmanagement an der Hochschule Heilbronn. Es gehe um die eigene Abgrenzung zur gefühlten Ohnmacht in diesen Krisenzeiten. Die Menschen erlebten beispielsweise eine US-Regierung, die ohne Rücksicht auf Konventionen das Recht des Stärkeren demonstriere, so Bochert.
Während der eine mit Abgrenzung reagiere, fühlten sich andere eher bestätigt, ebenfalls rücksichtslos vorzugehen. Zum Beispiel einen Urlaub zu buchen, bei dem klar sei, dass Mensch und Natur dort ausgebeutet würden, so Bochert weiter.
Angst vor Stromausfall und Krieg
Julius Gaub und seine Kollegen spüren Krisen an der Nachfrage von Gaskochfeldern und Kartuschen. Insbesondere ältere Kundinnen und Kunden geben beim Kauf die Angst vor einem Stromausfall als Grund an, sagt Gaub. "Wir konnten das bei Corona sehen, beim Start des Angriffs von Russland auf die Ukraine und als die USA einen General im Nahen Osten töteten", so Gaub. Menschen aus der Prepper-Szene kämen dagegen das ganze Jahr über hin und wieder, unabhängig von Schlagzeilen.
Wohnmobile und Wohnwagen weiter beliebt
Auf der CMT werden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Hersteller von Wohnmobilen und Wohnwagen vertreten sein. Sie setzen verstärkt auf günstige Einstiegsmodelle und Sonderumbauten.
Caravan und Camping sind weiterhin sehr beliebt, allerdings sei der Markt seit dem Boom der letzten Jahre weitgehend gesättigt, so Professor Bochert. Wie sich das auf die Besucherzahlen auswirken wird, ist noch offen.