Mehrere Tage ging damals so gut wie nichts mehr im Rathaus Untereisesheim (Kreis Heilbronn): Ein Cyberangriff, hinter dem eine Erpresserbande stecken soll, blockierte die Behörde im Oktober. Die IT-Systeme waren verschlüsselt, Daten von den Servern der Verwaltung gestohlen worden. Die Gemeinde schaltete die Server ab, die Verwaltung war nicht arbeitsfähig. Jetzt ergaben die Ermittlungen: Teile der Daten sind offenbar im Darknet gelandet. Das teilte das Rathaus am Mittwoch mit.
Daten von Rathausmitarbeitenden betroffen
Dabei soll es sich unter anderem um alte Personalakten handeln, sagte Untereisesheims Bürgermeister Christian Tretow (SPD) dem SWR. Auch Home-Laufwerke der Rathausmitarbeitenden, gemeinsame Datenlaufwerke, Bilderlaufwerke und Scannerlaufwerke seien betroffen, heißt es. Die Mitarbeitenden müssten jetzt informiert werden.
Wir nehmen den Vorfall sehr ernst und arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen.
Zusammenarbeit mit Cybersicherheitsagentur und Landeskriminalamt
Ein Lösegeld wurde damals nicht gezahlt, heißt es weiter. Die Gemeinde arbeitete stattdessen mit der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) und dem Landeskriminalamt eng zusammen. Mit der Agentur müsse jetzt ein Konzept erarbeitet werden, so der Bürgermeister.
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Bürgermeister: Auch Kontodaten könnten erbeutet worden sein
Seit dem 9. Dezember ist klar, einige entwendete Daten sind im verborgenen Teil des Internets aufgetaucht - dem sogenannten Darknet. Hochsensible Daten von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Einwohnermeldewesen seien aber nicht betroffen. Dennoch rät der Bürgermeister zur Vorsicht. Er könne nicht ausschließen, dass auch Kontodaten von alten Rechnungen darunter sind.
Bis auf die Telefone war die Verwaltung damals komplett lahmgelegt worden. Die betroffenen Systeme wurden gesichert und wieder aufgebaut, heißt es von der Gemeinde. Weiter wurden zusätzliche Maßnahmen zur IT-Sicherheit getroffen.