Der Protest bei Audi wegen der möglichen Sparpläne bei VW geht weiter. Zum zweiten Mal haben die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat des Neckarsulmer Audi-Werks (Kreis Heilbronn) eine Aktion vor dem Werkstor organisiert. Bei einem ersten Protest Anfang Juli waren noch nur die Vertrauensleute und der Nachwuchs aufgerufen worden, deswegen war der noch deutlich kleiner. Am Mittwoch waren mehrere Tausend Menschen vor Ort.
Als Redner waren unter anderem Barbara Resch von der IG Metall Baden-Württemberg, Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) und Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) mit dabei.
Keine Klarheit nach VW-Aufsichtsratssitzung Proteste und Bangen um Erhalt des Audi-Werks in Neckarsulm
Der Aufsichtsrat von VW hat am Donnerstag über Werksschließungen und Stellenabbau beraten. Die Folgen für das Audi-Werk in Neckarsulm sind noch unklar - im Vorfeld gab es Proteste.
Gibt es Streiks bei Audi in Neckarsulm?
Bei der Protestaktion am Mittwoch sind nicht nur Mitarbeitende aus Neckarsulm vor Ort gewesen, sondern auch Vertrauensleute von Porsche und Mercedes, die ebenfalls um ihre Jobs bangen. Manche Teilnehmenden skandierten "Ohne Streik wird sich nichts ändern." Dazu gab es auch Banner. Dies ist allerdings ein heikles Thema, denn laut Tarifvertrag gilt eine Friedenspflicht. Auch die Aktion am Mittwochvormittag war eine Protestaktion und kein Warnstreik. Steffen Hertwig sprach von 6.000 Teilnehmenden.
Bei der ersten Veranstaltung stand vor allem die Forderung nach einer klaren Perspektive für das Werk im Raum. Hierzu kursieren verschiedene Berichte, was VW plant: Von weniger Kapazität, weniger Modellen oder im Extremfall einer Schließung ist da die Rede. VW-Chef Oliver Blume betonte zwar zuletzt, es gebe "intelligentere Lösungen" als Werksschließungen, ließ aber offen, was er damit meinte.
Hoffnung auf mehr Klarheit für Audi-Beschäftigte in Neckarsulm
Zwar gibt es im Neckarsulmer Werk eine Beschäftigungsgarantie bis 2034. Doch in diesem Zeitraum werden wohl auch die aktuell dort gefertigten Modelle, A5 und A6, auslaufen. Was darauf folgt, ist noch komplett unklar. Selbst für den A8, der noch in diesem Jahr zum letzten Mal vom Band rollen wird, gibt es noch keinen konkret angekündigten Nachfolger.
Kurz vor der Betriebsruhe im August wurde auch bekannt: Ab November gibt es in Neckarsulm keine Nachtschicht mehr. Das soll schon mal Kosten senken, war laut Audi auch schon länger geplant. Die Beschäftigen werden auf andere Schichten verteilt.
Entscheidung über Sparpläne bei VW im September?
Erst Anfang der Woche hatte Audi-Finanzchef Jürgen Rittersberger verkündet, die aktuellen Sparmaßnahmen würden noch nicht ausreichen. Es gelte aber: "Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren." Wie diese Zukunft aussieht, könnte sich unter Umständen am 4. September entscheiden. Dann steht die nächste Aufsichtsratssitzung bei VW an.