Seit dem 1. Oktober 2025 ist der Einsatz der elektronischen Patientenakte (ePA) für Arztpraxen, Kliniken und Apotheken verpflichtend. Zur Einführung haperte es gewaltig. Ein Jahr später sprechen ein Arzt und der Vizepräsident des Landesapothekerverbands von einem vollen Erfolg.
Viele Probleme zum Start der elektronischen Patientenakte
Mit der ePA sollte alles einfacher werden und schneller gehen. Doch gerade zu Beginn gab es immer wieder technische Probleme, Verzögerungen oder ganze Ausfälle von Systemen.
Allgemeinmediziner Tobias Neuwirth aus Neckarsulm-Obereisesheim (Kreis Heilbronn) war zwar von der Idee der ePA überzeugt. Vor einem Jahr sagte er dem SWR allerdings, dass die Akte bei manchen seiner Patientinnen und Patienten einfach nicht funktioniere: "Und keiner weiß, warum". Ärzte und Apotheker waren zum Teil genauso genervt, wie die Patientinnen und Patienten.
Ein Jahr nachdem die Akte verpflichtend wurde, hat sich die Meinung gedreht. Auch Neuwirth, der im Quartal rund 1.000 Menschen betreut, spricht inzwischen von einem vollen Erfolg. Seine anfängliche Hoffnung, alles werde damit einfacher und schneller, hat sich bewahrheitet. Dass er nun mit nur einem Mausklick die Befunde von Fachärzten abrufen könne, erleichtere seine Arbeit, sagte er dem SWR jetzt.
Auch Landesapothekerverband bewertet ePA inzwischen als Erfolg
Und auch der Bad Rappenauer (ebenfalls Kreis Heilbronn) Apotheker Rouven Steeb spricht von einem Erfolgsmodell. Steeb ist gleichzeitig der Vizepräsident des Landesapothekerverbands. Mit der ePA könne er zum Beispiel Medikamente viel gezielter empfehlen. Steeb fordert allerdings, dass künftig auch Apotheken etwas in die Patientenakte eintragen dürften. Bislang gehe das nicht.