Sie wollte wohl nur kurz zum Geldautomat im Vorraum einer Bank in Eppingen-Elsenz (Kreis Heilbronn) - doch als die 21-Jährige das Gebäude wieder verlassen wollte, hatte sich der Eingang wegen eines technischen Defekts automatisch verriegelt, wie die Polizei mitteilte. Die Frau rüttelte an den Türen, löste damit jedoch den Alarm aus. Und dann ging auch noch eine Sicherheitsvorrichtung in Form einer Nebelgasanlage los.
Polizei: Frau hat richtig gehandelt
Als zuerst der akustische Alarm ausgelöst wurde, rief die Frau unmittelbar per Handy die Polizei. Damit hat sie ganz klar richtig reagiert, heißt es vom Heilbronner Polizeisprecher Frank Belz über den Vorfall am späten Samstagabend: Denn werde außerhalb der Geschäftszeiten Alarm in einer Bank ausgelöst, gehe die Polizei natürlich erst einmal von einem deutlich schlimmeren Fall aus.
Helfen konnten die eingetroffenen Polizeibeamten jedoch erst einmal nicht. Sie konnten zwar durch die verschlossene Tür Kontakt mit der Frau aufnehmen. Aber auch der ebenfalls gerufenen Feuerwehr gelang es nicht, die Tür gewaltsam zu öffnen. Unglücklicherweise wurde dabei auch noch eine weitere Sicherheitsanlage ausgelöst: Der Vorraum wurde mit Nebelgas geflutet.
Nebelgas als Sicherheitssystem gegen Automatensprenger
Solche Nebelgasanlagen sollen eigentlich Automatensprengungen verhindern. Werden sie - automatisch oder manuell - ausgelöst, wird der gesamte Vorraum blickdicht vernebelt. So können die Kriminellen nichts mehr sehen und entsprechend auch keine Geldautomaten mehr knacken. Mindestens verlieren sie aber wertvolle Zeit, bis die Polizei eintreffen kann, so das Kalkül der Banken. Für die Menschen selbst soll der Nebel ungefährlich sein.
Rettung aus dem Vorraum der Bank durch eine Fensterscheibe
Schließlich fanden die Einsatzkräfte in Eppingen einen Weg: Über eine eingeschlagene Fensterscheibe gelangte einer der Feuerwehrmänner ins Innere und entdeckte einen Notfalltaster, mit dem die Türe entriegelt wurde.
Die Frau kam wohl mit einem Schrecken davon: Sie wurde zwar sicherheitshalber noch medizinisch untersucht, blieb aber unverletzt. Insgesamt waren 25 Einsatzkräfte an der Rettung aus der Bank beteiligt.