Kurz vor Weihnachten gibt es noch einmal einen Haarschnitt: Fast schon Tradition bei vielen Menschen, auch in Heilbronn. Und das auch trotz steigender Preise. Die liegen aber nicht nur an den üblichen Verdächtigen wie höheren Personal- oder Energiekosten. Vor allem aktuelle Trends sorgen für einen Preisanstieg.
Preise beim Friseur angeglichen: Vor allem für Männer wird es teurer
Die pauschale Aussage, ein Männerhaarschnitt sei günstiger als ein Frauenhaarschnitt, gilt so nicht mehr, erklärt Jens Schmitt im SWR-Gespräch. Laut dem Obermeister der Friseur-Innung Heilbronn-Öhringen rechnen fast alle seiner Kolleginnen und Kollegen inzwischen nach Zeitaufwand ab. Damit steigen vor allem die Preise für Männer und Jungs. Denn gerade die Jungen kämen mit immer genaueren und immer aufwendigeren Wünschen - seien es ein sogenannter Undercut, eine Dauerwelle oder ein Muster, das in die Haare rasiert wird.
"[Die Männer haben inzwischen] eine ausgefeiltere Vorstellung und nicht mehr nur: Wir machen jetzt mal kürzer", bestätigt Jens Schmitt. Dass dann die Männer etwas mehr zahlen müssen als früher, verstehen aber auch die Kunden. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage in der Heilbronner Innenstadt meint zum Beispiel Heiko aus Aschaffenburg: "Im Endeffekt ist es der gleiche Arbeitsaufwand für unterschiedliche Geschlechter, warum soll es da einen Unterschied geben?"
Heilbronnerinnen und Heilbronner gönnen sich den Friseurbesuch
Dass man für die eigene Frisur etwas tiefer in die Tasche greifen muss, merken die Menschen in Heilbronn. Dennoch, so der Tenor bei der SWR-Umfrage, den Haarschnitt gönnen sich die meisten noch regelmäßig, "weil ich es als etwas sehe, was ich für mein Wohlbefinden tue", sagt zum Beispiel die Heilbronnerin Svetlana Rose.
Und viele bestätigen, was Jens Schmitt sagt: Vor Weihnachten platzen die Friseursalons aus allen Nähten. "Wenn man zur Christmette geht, dann möchte man ja auch vernünftig aussehen", sagt beispielsweise Blanka Nastos aus Heilbronn dem SWR. Schmitt selbst hatte am Montag vor Weihnachten seinen Laden extra geöffnet, um den Terminkalender abzuarbeiten - eigentlich hat er montags zu.
Friseurbranche im Schwanken: Fachkräftemangel und Inflation
Trotz der gut gebuchten Vorweihnachtszeit betont Schmitt aber, dass auch bei den Friseuren der Fachkräftemangel inzwischen angekommen sei. Ein möglicherweise niedriger Verdienst oder vermeintlich lange Arbeitszeiten schrecken laut Schmitt den Nachwuchs ab. Generell schwanke die Friseurbranche. Manchen gehe es sehr gut, andere hätten Probleme, die teilweise auch noch auf die Rückzahlungen von Corona-Hilfen zurückzuführen seien, so Schmitt. Auch das wirke sich auf die Preise aus.