Augenzeugen-Video zeigt Flucht der Automatensprenger

Geldautomat in Bankfiliale in Sulzbach-Laufen gesprengt - Fahndung nach Tätern erfolglos

In der Nacht auf Donnerstag wurde in Sulzbach-Laufen ein Geldautomat gesprengt. Trotz Fahndung mit Hubschrauber konnten die flüchtigen Täter nicht gefasst werden.

Teilen

Stand

Von Autor/in Luisa Funk, Ulrike Schirmer

Gegen 1:30 Uhr ist es am frühen Donnerstagmorgen in Sulzbach-Laufen (Kreis Schwäbisch Hall) zu einer Explosion in einer Bankfiliale der Sparkasse gekommen, wie die Polizei auf SWR-Nachfrage berichtet. Demnach sprengten mehrere Personen einen Geldautomaten. Die Diebe nahmen das im Automaten gelagerte Bargeld und flüchteten, heißt es. Die Polizei fahndete erfolglos mit einem Hubschrauber und mehreren Streifenwagen nach ihnen.

Augenzeugen-Video zeigt Flucht der Automatensprenger

Eine Anwohnerin konnte die Flucht der Täter auf Video aufnehmen. Zwei vermummte Personen stürmten aus der Bankfiliale, während ein Komplize in einem schwarzen Auto wartete. Die Diebe sprangen ins Auto und fuhren schnell in Richtung Autobahn davon. Ein weiterer Augenzeuge berichtet, dass die Täter sehr professionell und gezielt vorgegangen seien. Die gesamte Tat habe nicht länger als zwei Minuten gedauert.

Die Explosion sei sehr stark und heftig gewesen, berichtet der Augenzeuge. So heftig, dass fast die Fenster rausgeflogen seien, erzählt er. Die Scherben seien über die ganze Straße verteilt gewesen.

Explosion in Bankfiliale: Bürgermeister geschockt

Der Bürgermeister von Sulzbach-Laufen, Markus Bock (parteilos), war in der Nacht bereits am Tatort und hatte sich ein Bild von der Lage gemacht. Er sei tief geschockt, aber froh, dass niemand verletzt wurde, sagte er.

Ein Statiker habe das Gebäude bereits in der Nacht überprüft, so Bock weiter. Hier konnte Entwarnung gegeben werden, es sei nicht einsturzgefährdet. Wie hoch der durch die Explosion entstandene Schaden ist, lässt sich bisher nicht näher beziffern, so die Polizei. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Landeskriminalamt vermutet niederländische Täter

Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg geht davon aus, dass der Gebäudeschaden die Höhe der Beute weit übersteigt. Die Täter hätten einen Festsprengstoff genutzt, der eine hohe Sprengwirkung habe. Es wird vermutet, dass die Täter aus den Niederlanden stammen. Die dortigen Behörden sowie das Bundeskriminalamt würden nun ebenfalls ermitteln.

Das LKA spricht bei solchen Taten von organisierter Kriminalität, da ein großer logistischer Aufwand nötig sei. Viele Banden würden hochprofessionell agieren und hätten ihre Hintermänner, die ihnen beispielsweise Sprengsätze verschaffen. Geldautomatensprengungen hätten einen besonderen Reiz, da sich in sehr kurzer Zeit fünf- oder sechsstellige Geldbeträge erbeuten lassen.

Heilbronn/Düsseldorf

Vom europäischen Haftbefehl, der Auslieferung und juristischen Rädchen Wie die Automatensprenger aus Offenau zurück nach Deutschland kamen

Sie sollen in Deutschland zahlreiche Automaten gesprengt haben, kommen in den Niederlanden frei und werden dann doch ausgeliefert. Was steckt hinter dem Fall von Offenau?

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Heilbronn-Franken

Einige Taten auch in Heilbronn-Franken Teils mehrjährige Haftstrafen für Geldautomatensprenger

Das Landgericht Bamberg hat 15 Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt. 30 Geldautomaten sollen sie bundesweit gesprengt haben, auch in Heilbronn-Franken.

SWR4 am Nachmittag SWR4