Forderung nach mehr Gleichberechtigung

Handwerkskammer Heilbronn: "Verdoppelung der Meisterprämie überfällig"

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken fordert, dass Fachkräfte wie Larissa Wohlfarth bei der Meisterausbildung vom Land besser finanziell unterstützt werden.

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Von Autor/in Raphael Moos

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken hat die angedachte Verdoppelung der Meisterprämie als "längst überfällig" bezeichnet. Bereits seit zwei Jahren fordere das Handwerk die Anhebung von 1.500 Euro auf 3.000 Euro, so der Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Ralf Rothenburger.

Entsprechend begrüßt es die Handwerkerschaft, dass die Landes-CDU diesen Vorschlag nun im Wahlkampf aufgegriffen hat. Die Landesregierung müsse bei der Förderung von Studium und Meisterschule für mehr Gerechtigkeit sorgen, mahnt Rothenburger.

Handwerkskammer Heilbronn: Meisterausbildung kostet mehrere tausend Euro

Seit Juli vergangen Jahres darf sich Larissa Wohlfarth aus Ingelfingen (Hohenlohekreis) Feinwerkmechaniker-Meisterin nennen. Zwei Jahre lang musste sie dafür mehrmals die Woche nach Feierabend in die Meisterschule. Am Ende bestand sie die Prüfung als Jahrgangsbeste und bekam 2025 sogar den Frauenpreis einer Krankenkasse verliehen. Insgesamt hätten Meisterschule und Prüfungen zwischen 3.000 Euro und 4.000 Euro gekostet.

"Das ist sehr günstig im Vergleich zu anderen Schulen oder Fachrichtungen", sagte die 23-Jährige dem SWR. Mittlerweile studiert sie in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) Maschinenbau, hier gibt es keine Gebühren. Je nach Fachrichtung können sich die Kosten für eine Meisterausbildung auf 7.000 Euro bis 15.000 Euro belaufen, erklärt Ralf Rothenburger. Er vertritt als Präsident in Heilbronn-Franken 12.700 Handwerksbetriebe und sagt:

Es kann nicht sein, dass akademische Karrierewege weitestgehend kostenfrei sind und dringend benötigte Fachkräfte im Handwerk die kostenintensive Meisterausbildung größtenteils selbst finanzieren müssen.

Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken Ralf Rothenburger
Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken Ralf Rothenburger M Terzo Algeri

Handwerkskammer zu Meisterprämie: "Höhe der Prämie nicht mehr zeitgemäß"

Seit 2020 können Fachkräfte, die ihre Meisterprüfung bestanden haben und in Baden-Württemberg wohnen und oder arbeiten, beim Land einen Meisterbonus (Prämie) beantragen. Davon wurde seitdem rege Gebrauch gemacht.

So hat allein die Kammer in Heilbronn-Franken bisher 908 Anträge mit einer Gesamtfördersumme von fast 1,4 Millionen Euro bewilligt. Auch Larissa Wohlfarth hat sie bekommen.

Für mich war das zum Ende hin eine echte Motivation und ich hab mich darauf wie Bolle gefreut.

Das Nachbarbundesland Bayern zahlt seinen erfolgreichen Meisterinnen und Meistern seit zwei Jahren bereits 3.000 Euro. Die aktuelle Meisterprämie in Baden-Württemberg sei wichtig, aber "in der Höhe von 1.500 Euro nicht mehr zeitgemäß", so Ralf Rothenburger.

Meisterprämie: Bindung an Baden-Württemberg als Bedingung?

Nach dem Willen von CDU-Landeschef Manuel Hagel könnte die Prämie auch auf Abschlüsse der Industrie- und Handelskammer ausgeweitet werden. Für alle Empfänger aber soll es eine Bedingung geben, nämlich dass sie danach eine bestimmte Zeit in einem Betrieb in Baden-Württemberg arbeiten.

So ähnlich wie es auch der Landkreis Heilbronn bei seinen Stipendien für Medizin-Studierende macht. Diese müssen sich verpflichten, nach dem Studium für vier Jahre im Landkreis zu arbeiten.

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Diesen Vorschlag der CDU sieht der Präsident des baden-württembergischen Handwerkstags, Rainer Reichhold, kritisch. Denn auch nach einem Studium mit Bafög-Förderung gebe es keine Verpflichtung, im Land oder gar im Bundesland zu bleiben, sagt er. Wichtiger sei es, dass überhaupt wieder mehr junge Menschen einen Meister machten.

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