Hitze im Sommer? Da tut eine Abkühlung gut. Auf dem Platz vor der Heilbronner Experimenta sind vor einem Jahr zugepflasterte Stellen aufgerissen und Grüninseln mit zahlreichen hitzeresistenten Baumarten angelegt worden. Der Clou dabei: Aus mehreren hohen Säulen wird ganz feiner Wasserdampf versprüht. Wie eine Wolke verteilt sich der künstliche Nieselregen auf dem Platz und schafft so für Abkühlung auf der Haut.
Erste Erfahrungen konnte die Stadt bereits mit einem kleinem Klimawald auf der asphaltierten großen Theresienwiese sammeln. Insgesamt sind dort 72 Bäume und über 2.245 Stauden gepflanzt worden. Auch 13 Wasser-Nebelsäulen gibt es hier. Interessant: Durch die Bepflanzung und den Wassernebel konnten hier teils Temperaturunterschiede von bis zu 11 Grad erreicht werden, heißt es. Wie groß der Temperatureffekt durch die Wasserstelen auf dem Experimenta-Platz ist, das soll jetzt noch genauer analysiert werden.
Städte in Heilbronn-Franken rüsten auf und sagen Hitze den Kampf an So wird eine Innenstadt im Sommer fit für Hitzewellen
Innenstädte werden an Hitzetagen unerträglich heiß. Dagegen haben Städte Konzepte, die für Abkühlung sorgen sollen. Bad Mergentheim beispielsweise dagegen an.
Abkühlung kommt an
Ab etwa 26 Grad werden die Wasserdüsen automatisch aktiviert, sie können aber auch vom Personal der Experimenta angeschaltet werden. Bei den Besucherinnen und Besuchern kommt die Abkühlung jedenfalls sehr gut an. Manche stehen mit ausgebreiteten Armen im Wasserdampf und fühlen sich wie bei einem Sommerregen. Und vor allem Kinder finden die Wasserdüsen "richtig cool".
Mannheim Schlusslicht Hitze-Check der Umwelthilfe: Städte in BW und RLP am schlechtesten
Die Deutsche Umwelthilfe hat erneut den Hitze-Check gemacht: Viele Städte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fallen krachend durch.
Heilbronn macht erste Fortschritte bei Hitze-Check
Beim großen Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe hat die Stadt Heilbronn zuletzt etwas besser abgeschnitten als noch im Vorjahr. Dennoch gibt es immer noch eine rote Karte. Der Leiter des Grünflächenamts Heilbronn Oliver Toellner sieht einen besseren Hitzeschutz als Herausforderung für viele Akteure in der Stadt. Viele Flächen seien schließlich gar nicht im Besitz der Stadt. Toellner spricht deshalb von einer "gemeinsamen Herausforderung".
Wir wissen, wir sind eine Industriestadt, die sehr unter Versiegelung gelitten und zu kämpfen hat. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Auf dem Gelände der Hochschule sollen bis zum Jahresende rund 100 Bäume gepflanzt werden, so dass ein Klimawald entsteht.
Bei den angekündigten hochsommerlichen Temperaturen in den nächsten Tagen werden viele Menschen wieder einen Schattenplatz zur Abkühlung suchen, nicht nur in Heilbronn, sondern an vielen Orten in der Region Heilbronn-Franken. Wie zum Beispiel auch in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis). Dort ist vor wenigen Wochen der umgestaltete Gänsmarkt eingeweiht worden.
16 neue klimaresistente Bäume, entsiegelte Flächen und helle Muschelkalkplatten sollen laut Stadtbaudirektor Bernd Straub dafür sorgen, dass der Platz an Hitzetagen drei Grad kühler ist als sonst.