Viele Unfälle bei Regen

Aquaplaning-Serie auf der A81: Zustand der Autobahn in der Kritik

Auf der A81 ist es vermehrt zu Unfällen wegen Aquaplaning gekommen. Abschnitte wurden bereits gesperrt. Zwar gilt an vielen Stellen Tempo 80, doch nicht alle halten sich daran.

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Stand

Auf der A81 ist es in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder zu teils schweren Unfällen gekommen: Spurrillen, ein allgemein schlechter Fahrbahnbelag und viel zu hohe Geschwindigkeiten führten zu gefährlichem Aquaplaning. Ein Fahrlehrer aus Heilbronn erhebt schwere Vorwürfe - und fordert Konsequenzen.

Mehrere Unfälle bei Starkregen auf der A81 im Kreis Heilbronn

Erst in der vergangenen Woche kam es auf der A81 wegen starken Regens zu mehreren Unfällen: So kam am Dienstag bei Möckmühl (Kreis Heilbronn) ein Autofahrer von der Fahrbahn ab und landete im Graben. In Ilsfeld (ebenfalls Kreis Heilbronn) kollidierten kurz darauf zwei Lkw - ein Fahrer wurde verletzt.

Zu schnell unterwegs war ein Fahrer bei Untergruppenbach (Kreis Heilbronn) am Tag zuvor. Er verursache bei starkem Regen einen Unfall mit vier Verletzten. Die A81 musste zeitweise gesperrt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war bei allen Unfällen Aquaplaning die Ursache.

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Auch in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Unfällen. Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte 2020 einen Unfall - ebenfalls bei Möckmühl. Damals geriet ein Auto aufgrund des strömenden Regens ins Schleudern und prallte gegen ein Begleitfahrzeug der Kolonne des Ministerpräsidenten. Dieses Fahrzeug stand am Fahrbahnrand, da es selbst zuvor durch Aquaplaning gegen die Mittelleitplanke gestoßen war. Kretschmann und seine Begleiter blieben unverletzt. Im Auto das Unfallverursachers allerdings saß ein einjähriges Mädchen, dass rund eine Woche nach dem Unfall verstarb.

Unfallhäufung: Fahrlehrer übt Kritik

Giovanni Marino, Fahrlehrer aus Heilbronn, sieht die Ursache jedoch nicht nur im Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer. Zu schnelles Fahren sei nicht das einzige Problem, sagte er dem SWR. Der Straßenzustand sei schlicht zu schlecht. Besonders die A81 werde zu rund 80 Prozent von Lkw genutzt. Dadurch entstünden tiefe Spurrillen, in denen sich bei starkem Regen das Wasser sammle.

Kritik übt Marino auch an der Politik: Die Fahrbahnen würden nicht rechtzeitig saniert. "Es wird an den falschen Stellen gespart", ärgert sich Marino. Er empfiehlt Verkehrsteilnehmenden als präventive Maßnahme Fahrsicherheitstrainings. Diese Empfehlung kommt auch vom ADAC Württemberg. Der Automobilclub sieht Spurrillen ebenso als eine der Hauptursachen für Aquaplaning.

ADAC sieht A81 dennoch gut instand gehalten

Allerdings meint Holger Bach, ADAC-Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt: Auch wenn die A81 vor allem durch den Lkw-Verkehr stark belastet ist, ist der Zustand der Autobahn aus Sicht des ADAC Württemberg nicht besonders kritisch. Vielmehr wird die A81 gut instand gehalten und regelmäßig saniert - auch im Hinblick auf Spurrillen.

Aquaplaning ist hauptsächlich eine Frage der Geschwindigkeit, daher sollte man immer sein Tempo an die Straßen- und Wetterverhältnisse anpassen. Auf der A81 geben zum Beispiel auf vielen Abschnitten dynamische Anzeigen die aktuell empfohlene Geschwindigkeit vor.

Wenn 80 zu schnell ist: Trotz täglicher Kontrollen - das Risiko bleibt

Die Straßenverkehrsbehörde, die Autobahn GmbH des Bundes, verweist darauf, dass die Strecken täglich durch ihren Betriebsdienst auf mögliche Gefahrenstellen kontrolliert würden. Dennoch gilt: Bei Starkregen besteht grundsätzlich Aquaplaning-Gefahr. Deshalb sollten Verkehrsteilnehmende ihre Geschwindigkeit stets den Witterungsbedingungen anpassen.

Auch die Polizei warnt davor, sich alleine auf Tempolimits zu verlassen. Selbst wenn stellenweise Tempo 80 vorgeschrieben ist, bedeute das nicht, dass dieser Abschnitt bei jedem Wetter gefahrlos mit 80 Stundenkilometern befahren werden kann. "Ein Aufschwimmen des Fahrzeugs kann beim Zusammenkommen mehrerer ungünstiger Faktoren bereits bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten stattfinden", erklärt ein Polizeisprecher.

Gemeinsam mit der Straßenverkehrsbehörde überprüfe die Polizei regelmäßig die Autobahnabschnitte, um Gefahrenstellen und Unfallschwerpunkte zu erkennen. So können gezielt Maßnahmen ergriffen werden. Eine generelle Zunahme von Unfällen im Zusammenhang mit Aquaplaning stellt das Polizeipräsidium Heilbronn übrigens nicht fest. Bei häufigeren Regenfällen komme es schlichtweg auch zu mehr wetterbedingten Unfällen.

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