Der Wahlkreis 23 umfasst den gesamten Main-Tauber-Kreis, der zu den am dünnsten besiedelten Kreisen in Baden-Württemberg zählt. Mit seinen 18 Kommunen ist er vor allem ländlich geprägt. Sitz der Landkreisverwaltung ist die Kreisstadt Tauberbischofsheim. Kleinste Gemeinde ist Wittighausen, die meisten Einwohner hat Bad Mergentheim. Rund 100.000 Menschen sind zur Landtagswahl aufgerufen. Der Main-Tauber-Kreis gilt seit jeher als sichere Bank für die CDU, die 2021 mit deutlichen Stimmenverlusten auf 29,5 Prozent kam.
Gerd Bayer: Grüne-Direktkandidat Main-Tauber
Gerd Bayer, Jahrgang 1981, ist Biolandwirt und bewirtschaftet in Niederstetten-Rüsselhausen (Main-Tauber-Kreis) den Hof seiner Familie. Dafür hat er vor rund zehn Jahren seinen Beruf als international gefragter Modefotograf an den Nagel gehängt. Seit 2024 sitzt der politische Quereinsteiger für die Grünen im Kreistag. Bei der Landtagswahl 2021 holten die Grünen im Wahlkreis Main-Tauber 27,1 Prozent. Der ländliche Raum sei kein Anhang der urbanen Welt, sondern gleichwertiger Partner, sagt Bayer. Auf der Landesliste liegt er auf Platz 40.
Wolfgang Reinhart: CDU-Direktkandidat Main-Tauber
Seit 1992 ist Wolfgang Reinhart der direkt gewählte Landtagsabgeordnete für Main-Tauber. Das knapp 70 Jahre alte CDU-Urgestein war Bundesrats- und Europaminister sowie Fraktionschef und ist seit 2021 Landtagsvizepräsident. Aufgewachsen in Königheim (Main-Tauber-Kreis), wohnt Reinhart mit seiner Familie in Tauberbischofsheim, wo er vor 40 Jahren eine Rechtsanwaltskanzlei gegründet hat. Wichtig ist ihm nach eigenen Angaben eine lebens- und liebenswerte Heimat mit einer starken Wirtschaft und optimalen Bildungsangeboten.
Can-Jerome Kurter: SPD-Direktkandidat Main-Tauber
Der Politik- und Sozialwissenschaftler Can-Jerome Kurter ist seit vielen Jahren in der SPD aktiv. Geboren ist er 1994 in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) und für seine Partei als Ortsvereinsvorsitzender und stellvertretender Kreisvorsitzender aktiv. Seine politischen Schwerpunkte sind nach eigenen Angaben unter anderem soziale Gerechtigkeit und eine kluge Wirtschaftspolitik. 2021 lag die SPD im Wahlkreis bei 10,4 Prozent, Kurter liegt auf der Landesliste auf Platz 29.
Artur Schmidt: FDP-Direktkandidat Main-Tauber
Friseurmeister Artur Schmidt betreibt in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) einen Salon und sitzt seit drei Wahlperioden für die FDP im Gemeinderat der Kurstadt. Als wichtigste Ziele nennt der 36-Jährige weniger Bürokratie und eine Politik, die Wachstum ermögliche, statt zu verhindern. Die FDP holte bei der vergangenen Wahl im Main-Tauber-Kreis 8,5 Prozent und lag damit über dem Landesergebnis. Auf der Landesliste der FDP nimmt Artur Schmidt die letzte Position ein.
Jeannette Fischer: AfD-Direktkandidatin Main-Tauber
Jeannette Fischer stammt aus Thüringen und lebt in Assamstadt (Main-Tauber-Kreis). Die Facharbeiterin für Holztechnik ist 2025 in den Kreistag nachgerückt und sitzt im Verwaltungs- und Finanzausschuss. Im AfD-Kreisverband ist die 57-Jährige Schatzmeisterin. Vor fünf Jahren kam die AfD im Kreis auf 10,7 Prozent. Fischer, die nicht auf der Landesliste steht, will sich für innere Sicherheit, die Bildungswende und den Stopp von Wind- und Solarenergie einsetzen.
Robert Binder: Die Linke-Direktkandidat Main-Tauber
Robert Binder tritt für die Linke an und setzt sich als Vorsitzender im Kreisverband und als Betriebsrat in einem Tauberbischofsheimer Unternehmen für soziale Gerechtigkeit ein. Der 39 Jahre alte Logistikmeister ist seit 2006 Parteimitglied. Wahlkampf-Erfahrung hat er bereits gesammelt: Binder trat im vergangenen Jahr bei der Bundestagswahl und 2021 bei der Landtagswahl an, wo er 2,4 Prozent der Stimmen holte. Er steht nicht auf der Landesliste.
Weitere Direktkandidatin für den Wahlkreis Main-Tauber
Auf dem Wahlzettel im Wahlkreis 23 Main-Tauber steht außerdem diese Kandidatin: Elisabeth Beck (dieBasis).