Nach der Protestaktion mit 144 Traktoren vor der Lidl Zentrale in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) fanden erste Gespräche zwischen Landwirten und Vertretern mehrerer Discounterketten in Berlin statt. Zu der Aktion am Montag hatte der Verein "Land schafft Verbindung" (LSV) aufgerufen. Trotz der Gespräche seien weitere Proteste aber nicht ausgeschlossen.
Nach Demo von Landwirten vor Lidl-Zentrale: Erste Gespräche in Berlin
Die Gespräche mit dem LSV waren ein direktes Ergebnis der Protestaktion am Montag in Bad Wimpfen. Bereits vor der Aktion wurde der Gesprächstermin zwischen den unterschiedlichen Interessenvertretern anberaumt, die sich regelmäßig in der sogenannten Zentrale Koordination Handel- Landwirtschaft (ZKHL) austauschen. Diese unabhängige Stelle wurde unter anderem vom Deutschen Bauernverband und dem Deutschen Raiffeisenverband initiiert. In Berlin kamen daraufhin unter anderem Vertreter von Lidl, Aldi, Rewe, Edeka und dem Bauernverband zusammen. Eine gemeinsame abschließende Erklärung gab es nicht.
Die ZKHL soll als unabhängige Stelle unter anderem dem Austausch und der Konfliktlösung dienen, die Zusammenarbeit fördern und die verschiedenen Interessen berücksichtigen. In der ZKHL vertreten sind Beauftragte aus der Landwirtschaft, der Produktion und des Handels.
Der LSV schreibt in einer kurzen Stellungnahme zu den Gesprächen, man fühle sich in seiner Einschätzung, wie es zu den aktuellen Niedrigpreisen komme, bestätigt. Weil aber trotzdem noch viele Fragen offen bleiben, halte der Verein sich weitere Proteste offen. In diesem Jahr solle aber keine Aktion mehr stattfinden.
Landwirte demonstrierten vor Lidl-Zentrale wegen Milch- und Butterpreisen
Bei der Demo am Montag in Bad Wimpfen hatten zahlreiche Landwirte vor der Lidl-Zentrale vor allem wegen der Butter- und Milchpreise demonstriert. Der Verein hatte unter anderem Lidl vorgeworfen, Milch auf Kosten der Landwirte zu verramschen. Demnach könne kein Landwirt von den niedrigen Preisen leben. Der Discounter selbst begründet wiederum die Preise mit einem Überangebot auf dem Weltmarkt. Zuletzt hatte bei Lidl die 250-Gramm-Packung Butter 99 Cent gekostet.