Die Spessart-Brauerei startet unter neuem Namen ins Jahr 2026. Nach der Insolvenz im Sommer heißt das Unternehmen mit Sitz in Kreuzwertheim (Bayern) nun Brauhaus Spessart. Geschäftsführer Oliver Heitjans bestätigte dem SWR, dass alle Anteile der insolventen Brauerei übernommen wurden. Neuer Mitgesellschafter ist unter anderem der Unternehmer Rainer Kurtz vom Industriekonzern Kurtz-Ersa aus dem angrenzenden Wertheim (Main-Tauber-Kreis).
Nach Insolvenz: Spessart-Brauerei will Aufbruch mit Tradition
Optik und Geschmack der Getränke bleiben vorerst unverändert, ebenso die Mitarbeiterzahl von zwölf Angestellten. Das sagte Heitjans im SWR-Interview. Grund für die Insolvenz war ein mehrwöchiger Produktionsausfall im Frühjahr und damit fehlende Mittel zur Sanierung des in die Jahre gekommenen Sudhauses.
Heitjans beschreibt den Neustart als "Aufbruch". Er sei optimistisch: "Wir haben die alten Zöpfe abgeschnitten und blicken mit neuer Struktur und neuen Investoren positiv in die Zukunft." Gleichzeitig soll die regionale Verwurzelung nicht verloren gehen.
Wir sind seit über 150 Jahren im Spessart verwurzelt. [...] Deshalb war es uns wichtig, dass der Spessart im Firmennamen bleibt.
Für Kundinnen und Kunden soll der Wechsel aber kaum spürbar sein. "Wir haben eine neue Firma gegründet, die die Rechnung schreibt", so Heitjans. Das Brauhaus-Sortiment soll nahezu identisch bleiben - Schorlen, Limonaden und Biere. Nur kleine Anpassungen sollen folgen, um moderne Geschmäcker zu treffen und "letztendlich auch mit dem Zahn der Zeit zu gehen".
Regionale Brauereiszene im Wandel
Ebenfalls einen Neustart in einer traditionellen Produktionsstätte wagt man in Eppingen-Richen (Kreis Heilbronn). Dort ist die Braumanufaktur Vater-Strauss aus Gemmingen (Kreis Heilbronn) in die ehemalige Spritfabrik eingezogen, eine stillgelegte Zuckermelasse-Destillerie, in der bis 2008 Alkohol im großen Stil produziert wurde. Seit Januar wird dort nun Bier gebraut - nach dem Champagnerverfahren, bei dem die Kohlensäure direkt in der Flasche entsteht.
Noch sind nach dem Umzug nicht alle Biersorten wieder verfügbar, dennoch fällt die erste Bilanz positiv aus. "Der Start ist gelungen", sagte Braumeister Gerald Strauss dem SWR. Es kamen schon einige interessierte Kundinnen und Kunden. Rund 2.000 Liter Bier habe er inzwischen gebraut und auch verkauft. In einem normalen Jahr liege die Produktion bei etwa 6.500 Litern - dorthin wolle er wieder zurück.
In die traditionelle Spritfabrik zu ziehen, sei zwar aus der Not heraus geboren, weil Strauss dringend neue Räumlichkeiten brauchte. Dennoch passe es gut. "In der Spritfabirk wurde schon immer Alkohol hergestellt und sie ist ein Richener Wahrzeichen", so Strauss. Die Richener würden sich mit der Spritfabrik identifizieren und daran wolle er anknüpfen. Deshalb habe er gerade ein Versuchsbier am Start. Das soll die Verbindung zwischen Eppingen und Gemmingen (Kreis Heilbronn) herstellen. Der Name: "7519" - die frühere gemeinsame Postleitzahl beider Orte. Beste Voraussetzungen also, um in Richen Fuß zu fassen.
Hohenloher Fruchtsäfte insolvent
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