Dampfversorgung, Kälteanlage und alkoholfreies Bier

Brauereisterben? Palmbräu aus Eppingen investiert Millionenbetrag

Während immer wieder Brauereien in Deutschland schließen müssen, investiert Palmbräu in Eppingen einen Millionenbetrag und baut unter anderem eine Produktion für alkoholfreies Bier.

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Von Autor/in Jan Arnecke

Bier galt lange als das Lieblingsgetränk der Deutschen. Doch schon seit einiger Zeit schwächelt der Bierabsatz zunehmend. Neben guter Qualität setzen immer mehr Brauereien auf alkoholfreies Bier und Bier-Mischgetränke.

In Eppingen (Kreis Heilbronn) baut deshalb Bierbrauer Palmbräu gerade seine Produktionslinie für alkoholfreies Bier aus. Und auch sonst trotzt die Eppinger Brauerei dem Trend und nimmt ordentlich Geld in die Hand, um sich weiterzuentwickeln.

Gegen den Trend: Investitionen in die Zukunft bei Palmbräu in Eppingen

Während in Deutschland in den letzten fünf Jahre insgesamt 93 Brauereien den Hahn zugedreht und geschlossen haben, investiert Palmbräu aktuell einen Millionenbetrag.

Der jüngste Neuzugang: In Eppingen steht seit Mitte der Woche ein neues Treber-Silo: Durchmesser 3,20 Meter und Höhe 7 Meter. Das alte Silo war in die Jahre gekommen. Treber werden die Rückstände von Malz genannt, die bei der Bierherstellung entstehen.

Auch eine neue Dampfversorgung, um Flaschen- und Fassbiere gleichzeitig abfüllen zu können, wurde eingebaut. Darüber hinaus wird gerade eine neue, energieeffizientere Kälteversorgung montiert.

Silo für Bierbrauer Palmbräu in Eppingen investiert Millionenbetrag
Vom neuen Treber-Silo profitieren auch die Landwirte in der Umgebung: Als Rückstand des Malzes enthält Treber viele Nährstoffe und kann von den Bauern als Tiernahrung aus dem Silo gezapft werden.

Brauereien haben zu kämpfen: Immer weniger Bierkonsum

Palmbräu folgt mit der Produktionslinie für alkoholfreies Bier auch einem sich abzeichnenden Trend. Denn während der Bierabsatz insgesamt um etwa 1,4 Prozent zurückging - für alkoholisches Bier und alkoholfreies - sank der Absatz beim alkoholhaltigen Bier alleine um 6,3 Prozent.

Es wird insgesamt also vor allem weniger alkoholisches Bier getrunken. Generell geht der Trend vor allem bei den jüngeren Generationen zu weniger Alkoholkonsum - egal ob bei Wein oder Bier.

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Geschäftsführer Lionel Berger sagte im SWR-Interview, man folge damit den Wünschen der Kundinnen und Kunden. Auch bei Palmbräu spüre man, dass der Trend hin zu alkoholfreiem Bier geht. Darauf müsse und wolle man reagieren, so Berger weiter. Und das scheint von Erfolg gekrönt zu sein.

Wir brauen aktuell mehr Bier denn je.

Bier-Region Heilbronn-Franken? Bessere Absatzzahlen als im Rest von Deutschland

Außerdem steht die Region Heilbronn-Franken im deutschlandweiten Vergleich noch ganz gut da. Während der Gesamtabsatz bundesweit im Schnitt eben um 1,4 Prozent zurückging, liegt der Wert in Heilbronn-Franken je nach Brauerei zwischen 0 und minus 1 Prozent Rückgang.

Trotz der Prominenz des "Konkurrenten" Wein im Unterland, scheinen die Menschen hier auch immer noch gerne ein kühles Bier zu trinken. Zumal das beste Bier Deutschlands 2025 auch noch aus Heilbronn-Franken kommt.

Berger sieht noch einen zweiten Vorteil der Brauereien in Heilbronn-Franken: Hier sind es vor allem kleinere traditionelle oder familiengeführte Brauereien. Die großen Probleme, so Berger weiter, hätten vor allem die großen überregionalen Marken.

Gerade in der Genießerregion, wie er sie nennt, legten die Menschen noch Wert auf Qualität und Regionalität. "Da sind dann auch drei Euro mehr für eine Kiste Bier kein Problem", weiß Berger.

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