Schneller in der Anwendung, weniger Regularien

Özdemir bei TECH Heilbronn: "Baden-Württemberg zum KI-Standort Nummer Eins machen"

Am Montag waren Cem Özdemir (Grüne) und Karsten Wildberger (CDU) Gäste auf der TECH. Es ging um die digitale Zukunft in Baden-Württemberg. Wildberger will da von Estland lernen.

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Von Autor/in Jan Arnecke

Von Sonntag bis Dienstag lief in Heilbronn die Digitalkonferenz TECH. Am Montag lagen die Blicke vor allem auf dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne) und Bundes-Digitalminister Karsten Wildberger (CDU). Die Leitfrage war: Wie kann Europa in Sachen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) eine Vorreiterrolle einnehmen? Und einig waren sich wohl alle, als es hieß: Wir müssen schneller werden - vor allem in Sachen Regulierung.

Wir wollen Baden-Württemberg zum KI-Standort Nummer Eins in Europa machen.

Baden-Württemberg als KI-Zentrum? Dazu braucht es gute Zusammenarbeit auf EU-Ebene

Wenn es nach Cem Özdemir geht, soll Baden-Württemberg das KI-Zentrum Europas werden. Die "erste Runde", so der Ministerpräsident im SWR-Interview, sei an die USA und China gegangen - dabei bezieht er sich auf die Forschung und Entwicklung. Jetzt gelte es aber, diesen Vorsprung in Europa bei der Anwendung von KI aufzuholen. Vorteile Baden-Württembergs gegenüber der Konkurrenz seien unter anderem der Rechtsstaat oder auch das duale Bildungssystem. Besonders wichtig sei aber eine gute Zusammenarbeit - in Baden-Württemberg, in Deutschland und auch auf europäischer Ebene.

Was kann Deutschland in Sachen Digitalisierung von Estland lernen

Da hat Karsten Wildberger angedockt. Am Montag unterzeichnete er eine Innovationspartnerschaft mit Estland. Gerade in Sachen digitaler Verwaltung sei Estland ganz vorne mit dabei - und davon wolle man lernen und profitieren.

Es ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen, dass wir […] Künstliche Intelligenz als echte Wachstumschance begreifen.

Einsatz von KI in der Verwaltung könne die Situation in den schon jetzt überlasteten Ämtern deutlich entspannen. "Der Mensch wird immer noch die letzte Entscheidung treffen", versichert Wildberger allerdings. Auch er sagt, wir müssen schneller und effizienter und Regularien abgebaut werden.

Weniger Regularien: Landesregierung schafft Dokumentationspflicht ab

Forderungen in diese Richtung gab es bereits am ersten Tag der TECH: Die Politik solle weniger regulieren und dafür staatliche Aufträge an europäische Cloud- und Software-Anbieter vergeben. In Sachen Regulierung setzt die Landesregierung bei den Berichts- und Dokumentationspflichten an. Diese sollen laut Özdemir zum Ende des Jahres auslaufen, so sollen Abläufe beschleunigt werden. Seine Hoffnung: in Baden-Württemberg mit gutem Beispiel voran gehen und so auch auf Bundesebene für die Abschaffung dieser Pflichten sorgen.

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SWR-Intendant setzt sich für Datensicherheit ein

Der Südwestrundfunk war Medienpartner der Konferenz. Denn auch für den SWR wird Datensicherheit immer wichtiger, so Intendant Kai Gniffke, der die Konferenz ebenfalls besuchte.

Wir fühlen uns bestärkt darin, dass unser Kurs richtig ist, dass wir uns unabhängiger machen.

Von den großen Tech-Konzernen in den Vereinigten Staaten und in China müsse man sich unabhänig machen. Schließlich könnte es zum Problem werden, wenn politische Forderungen zum Bespiel mit der Privilegierung von amerikansichen Tech-Konzernen verbunden würden.

Austausch und Vernetzung: Heilbronn bündelt die digitale Kompetenz

Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich auch am Montag in Heilbronn wieder Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über die digitale Zukunft Europas ausgetauscht. Neben den Vorträgen ging es bei der Konferenz auch um Vernetzung und Austausch. Denn nur gemeinsam könne man in Europa unabhängiger werden. Dass die Konferenz in Heilbronn stattfand, ist kein Zufall. Ausrichter waren das Handelsblatt und die hier ansässige Schwarz-Gruppe mit deren IT-Sparte Schwarz Digits.

Die TECH in Heilbronn am Sonntag

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