In Offenau (Kreis Heilbronn) müssen im Südzucker-Werk Bereiche wie Leitstand, Labor und Rübenlager auch in der Zeit von Weihnachten bis Heilige Drei Könige immer besetzt sein. Während die Verwaltung und andere frei haben, sind pro Schicht 30 der insgesamt 230 Beschäftigten im Einsatz. Denn die Anlieferung der Rüben läuft noch bis Mitte Januar. Rund um die Uhr werden aus ihnen Dicksaft und Zucker gemacht.
Mit Weihnachtsbeleuchtung und Keksen wird versucht, es sich ein bisschen gemütlich zu machen, sagte ein Sprecher dem SWR. Aber es sei immer noch ein komplexer Industrieprozess und der Fokus liege klar auf der Arbeit - insbesondere im Leitstand.
Auch zu Weihnachten: Von der Rübe zum Zucker für fünf Millionen Verbraucher
Wenn im Januar die Rübenkampagne vorbei ist, wird die Zuckererzeugung innerhalb weniger Tage heruntergefahren. Verarbeitet wird der Zucker das ganze Jahr über, zum Beispiel zu Rübenzucker, Puderzucker oder Braunem Zucker.
Zusätzlich gibt es zwischen Mai und Juni ein Phase, in der aus eingelagertem Dicksaft weiterer Kristallzucker gewonnen wird. Die gesamte Zuckerproduktion des Werks reicht aus, um den Verbrauch von mehr als fünf Millionen Menschen zu decken.
Aus Rübenresten wird Viehfutter
Auch Stoffe, die bei der Produktion als Abfall anfallen, werden genutzt. So werden aus den Rübenresten zum Beispiel Futterpallets. Carbokalk, der bei der Saftreinigung anfällt, kann als Dünger verwendet werden.
Gute Ernte Dank Notfallzulassung für Pflanzenschutzmittel
Anders als im vergangenen Jahr läuft die Rübenernte Ende 2025 sehr gut. Durch Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel konnte die Pflanzenkrankheit Stolbur eingedämmt werden. Entsprechend seien Erträge und Qualitäten gestiegen, sagte die Geschäftsführerin des Verbands baden-württembergischer Zuckerrübenanbauer, Larissa Klein, dem SWR. Sie fordert, dass die Ausnahmen für den Pflanzenschutz noch zwei, drei Jahre gelten.
Die Frostnächte mit bis zu minus neun Grad im November haben zwar den Rüben im Boden geschadet. Aber auch das sei gut zu verkraften gewesen, heißt es
Preissenkungen für Endkunden fraglich
Zu den gestiegenen Mengen kommen Importe aus der Ukraine, die den Markt für Zucker insgesamt unter Druck setzten. Ob dies auch zu sinkenden Preisen für Endkunden führt, ist offen. Denn der meiste Zucker geht direkt an die Industrie.