Am Landgericht Heilbronn hat am Montag der Prozess gegen eine ehemalige angehende Notfallsanitäterin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) wegen versuchten Mordes begonnen. Während ihrer Ausbildung in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) soll sie die Getränke der Rettungskräfte mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versetzt haben. Drei Kollegen sollen durch den mutmaßlichen Giftanschlag zwischen Oktober 2023 und April 2024 "erhebliche gesundheitliche Beschwerden" erlitten haben, so die Staatsanwaltschaft.
Unzufriedenheit soll der Auslöser gewesen sein
Hintergrund der Tat sollen persönliche Konflikte und Unzufriedenheit mit dem Ausbildungsverlauf gewesen sein. Laut Anklage sei die Frau während der Ausbildung zu schlecht gewesen und wurde von Kollegen ermahnt. So durfte sie auch nicht allein zu Einsätzen. Sie selbst weist die Vorwürfe zurück. Beim Prozessauftakt wollte sie sich allerdings nicht äußern. Sie sitzt seit Januar in Untersuchungshaft.
SWR-Reporter Timo Leiß berichtete live im TV über den Prozessauftakt:
Mutmaßlicher Giftanschlag: Ein Sanitäter schwebte durch Medikamente in Lebensgefahr
Die Kollegen hätten sich über Herzrasen und Doppelsicht beschwert. Ein DRK-Mitarbeiter fiel bei einem laufenden Einsatz aus und musste selbst den Notruf wählen. Mehrere Sanitäter sollen durch die Giftanschläge lebensgefährlich verletzt worden sein.
In einem Fall bestand akute Lebensgefahr. Insgesamt ist die Frau laut Landgericht für fünf Taten angeklagt. Sie habe die Leben ihrer Kollegen bewusst gefährdet, wirft ihr die Staatsanwaltschaft vor.