Kurz vor Weihnachten zieht es viele Menschen quer durch die Republik - zu Familie, in den Urlaub oder beides. Der ADAC rechnet deshalb am Freitag und Samstag mit starkem Reiseverkehr, besonders auf der A6 zwischen Heilbronn und Nürnberg. Gleichzeitig bereiten sich die Raststätten entlang der Strecke gezielt auf den Ansturm am Wochenende vor. Denn oftmals ist der Halt an der Raststätte mehr als nur ein schneller Toilettenstopp.
Weihnachtlicher Reiseansturm: Viel Vorbereitung für die Raststätten
Auch wenn Raststätten vielerorts als teuer gelten und oft nur als notwendiges Übel wahrgenommen werden - für die Betreiber bedeuten die Tage vor Weihnachten Hochbetrieb: Es braucht also vor allem mehr Waren. Auf SWR-Anfrage heißt es zum Beispiel vom Autohof in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn), man habe sich mit zusätzlichen Snacks, Getränken, warmen Speisen und mehr Mitarbeitenden auf den erhöhten Andrang eingestellt. So sei man für das anstehende Reisewochenende gut aufgestellt.
Ähnlich klingt es an der Raststätte Hohenlohe Süd bei Neuenstein (Hohenlohekreis). Dort rechnet man vor allem am Samstag mit einem besonders großen Ansturm. Auch hier musste der Gastrobereich personell verstärkt werden.
Reisen an Weihnachten: Lieber in die Ferne oder über die Autobahn?
Viele Menschen aus der Region nutzen die Weihnachtsferien für Reisen - sei es in den Urlaub oder zu Verwandten. Reisebüros aus der Region Heilbronn-Franken berichten von einer hohen Nachfrage nach Zielen wie den Kanaren, Ägypten, Skiurlauben und Wellnesshotels.
Doch nicht alle zieht es in die Ferne. Eine Umfrage in Bad Rappenau zeigt: Für viele stehen Familienbesuche im Mittelpunkt. "Da kommen die Kinder aus Berlin, Gießen, Zürich - dann sind wir alle wieder zusammen", erzählt ein Mann. Und ein anderer berichtet, er fahre zur Familie seines Freundes nach Nordrhein-Westfalen, danach zur Familie nach Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis).
"Christmas Hopping" verstopft die Autobahnen
Und die Anreise? Die erfolgt dann meist per Bahn oder eben im Auto. Gerade diese vielen kurzen und langen Wege rund um die Feiertage haben sogar einen eigenen Namen. "Christmas Hopping nennen wir das", erklärt Professor Philipp Rauschnabel von der Bundeswehr-Universität München. Gemeint ist das Pendeln zwischen Eltern, Schwiegereltern und weiteren Verwandten.
Mehr als die Hälfte der Deutschen verbringt über die Feiertage Zeit im Auto.
Manche kommen auf 40 oder 50 Stunden Fahrzeit, so Rauschnabel weiter. Da braucht es eben Pausen - egal ob man gestresst ist oder voller Vorfreude.
Der Reiseverkehr beginnt laut ADAC am Freitagnachmittag, erreicht am Samstag seinen Höhepunkt und soll erst zu Wochenbeginn wieder abnehmen. Als besonders belastet gilt am kommenden Wochenende erneut die A6 zwischen Heilbronn und Nürnberg. Wer dort unterwegs ist, dürfte häufiger Pause machen - und damit auch den Raststätten mehr Betrieb bescheren als sonst.