Die Ermittlungen gegen fünf Polizeibeamte nach der zerstörerischen Baggerfahrt in Grünsfeld und Tauberbischofsheim (beides Main-Tauber-Kreis) an Silvester vergangenen Jahres sind eingestellt. Die tödlichen Schüsse auf den Baggerfahrer seien gerechtfertigt gewesen und hätten dem Landes-Polizeigesetz entsprochen, teilte die Staatsanwaltschaft Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) am Freitag mit. Mildere Mittel, mit denen der Bagger hätte aufgehalten werden können, hätten den Polizeibeamten nicht zur Verfügung gestanden.
Tödliche Baggerfahrt in Grünsfeld konnte rekonstruiert werden
Die Polizisten hatten während der einstündigen Fahrt auf den 38-Jährigen geschossen. Er starb schließlich an den Schüssen von zwei Beamten. Im Zentrum stand die Frage, ob der Schusswaffengebrauch verhältnismäßig war.
Die Abläufe am Silvestertag konnten vollständig rekonstruiert werden, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Neben Bodycam-Aufnahmen gab es viele Zeugenaussagen und fast 50 Videoaufnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, die ausgewertet wurden. Oberstes Ziel sei es gewesen, eine Weiterfahrt des als Waffe eingesetzten Baggers zu verhindern und den Fahrer festzunehmen.
Es hat jederzeit eine auch tödlich verlaufende Verletzung der handelnden Beamten sowie eine Weiterfahrt des Baggers in die Innenstadt von Tauberbischofsheim gedroht.
Baggerfahrer hatte Streit mit Frau und seinem Chef
Der 38-Jährige hatte am Silvesternachmittag in Grünsfeld mit einem Bagger Fahrzeuge und Gebäude beschädigt und drei Polizisten bei einer rund einstündigen Verfolgungsjagd leicht verletzt.
Er wütete mit dem Bagger auf dem Gelände einer Baufirma, bei der er gearbeitet hatte. Danach fuhr er nach Tauberbischofsheim zu einem Autohaus, das dem Chef der Baufirma gehört. Dort kam es zu den tödlichen Schüssen. Den Ermittlern zufolge hatte der Mann persönliche wie berufliche Probleme und wollte die Fahrt nicht überleben.