Anfang Mai wurde auf einem Feldweg in Bad Rappenau-Bonfeld (Kreis Heilbronn) eine 39 Jahre alte Frau tot in ihrem Auto gefunden. Nach Abschluss der Ermittlungen der Sonderkommission "Stern" hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn jetzt Anklage gegen den ehemaligen Lebensgefährten der Frau erhoben. Sie wirft dem inzwischen 42 Jahre alten Mann unter anderem Mord vor.
Frau im Auto getötet: Angriff nach Arbeitsende
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Beschuldigte am 6. Mai zur Arbeitsstelle seiner ehemaligen Freundin in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) begeben und sich gewaltsam Zugang zu ihrem Auto verschafft hat. Nach Arbeitsende soll er sie dann im Auto angegriffen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die "arg- und wehrlose Frau" mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt zu haben.
Am nächsten Morgen hatten Spaziergänger das Auto auf dem Feldweg entdeckt und die Polizei gerufen. Noch am selben Tag konnte der Tatverdächtige in einem ICE nach Linz in Österreich festgenommen werden. Er sitzt weiter in Untersuchungshaft.
Videoaufnahmen von Tankstelle gesichert
Bereits kurz nach dem Fund der Leiche hatte die Obduktion zwar ergeben, dass die 39-Jährige durch Messerstiche getötet worden war. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich aber zudem heraus, dass das Auto der Frau am Tag der Tat an einer Tankstelle in Bad Rappenau war. Wie die Staatsanwaltschaft Heilbronn bestätigt, soll der Tatverdächtige den Kraftstoff nicht in den Tank, sondern direkt ins Wageninnere geleitet haben.
Überwachungskameras des Autohofs hätten den ungewöhnlichen Tankvorgang aufgezeichnet, heißt es. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die Frau zu diesem Zeitpunkt bereits tot war und sich vermutlich im Auto befand.
Landgericht entscheidet über Verfahren gegen Ex-Freund
Die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als erfüllt an. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens muss nun die zuständige Schwurgerichtskammer des Landgerichts Heilbronn entscheiden.