Die Vollert Anlagenbau GmbH in Weinsberg (Kreis Heilbronn) ist offenbar in finanzielle Schieflage geraten. Das Unternehmen hat nach Gewerkschaftsangaben am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Eigentlich sei die Auftragslage gut, doch Banken hätten die Finanzierung verweigert, sagte Christian Thym von der IG Metall dem SWR.
Die Stimmung unter den Beschäftigten sei gedrückt, es herrsche eine hohes Maß an Verunsicherung. Stand jetzt geht Thym aber davon aus, dass das Unternehmen gut durch diese Krise komme. Die Beschäftigten seien am Freitag in Mitarbeitergesprächen über die Situation informiert worden. Neben den 270 Beschäftigten am Stammsitz in Weinsberg könne die momentane Lage auch Auswirkungen auf die Auslandsgesellschaften (USA, China, Brasilien und Indien) sowie Lieferanten haben, so Thym weiter. Insgesamt beschäftigt Vollert 360 Mitarbeitende.
Insolvenzantrag: Was sagt der Chef Hans-Jörg Vollert?
Das Unternehmen Vollert wurde bereits 1925 gegründet und ist im Familienbesitz. Hans-Jörg Vollert ist nicht nur CEO, sondern auch Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Der SWR hat ihn am Montagvormittag um eine Stellungnahme gebeten. Bisher kam noch keine Antwort.
Bürgermeisterin: "Schwarzer Tag für Weinsberg"
Der vergangene Freitag war nicht nur ein schwarzer Tag für die Firma Vollert, sondern auch für die gesamte Stadt, teilte Bürgermeisterin Birgit Hannemann (parteilos) dem SWR mit. Sie hoffe sehr, dass der Insolvenzverwalter eine gute Lösung für den Fortbestand der Firma am Standort Weinsberg sowie die über 200 Beschäftigten findet.
Wie geht es jetzt weiter?
Bei einem Insolvenzantrag muss das Gericht zunächst die Zulässigkeit prüfen. Bis zum Eröffnungsbeschluss dauert es in der Regel zwei bis drei Monate. In dieser Phase wird ein Gutachten beauftragt. Der vorläufige Insolvenzverwalter/vorläufige Sachverwalter informiert die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung über die Situation und die Regeln für das Insolvenzgeld. Außerdem verschafft er sich einen Überblick über alle Vermögensgegenstände und Schulden sowie Beträge, die das Unternehmen noch von anderen bekommt. In dieser Zeit ist er gehalten, alles dafür zu tun, dass der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten werden kann.