Friedhofsexperten unterstützen Eltern

Wallhausen: Familie gibt Kampf um umstrittenes Grabmal nicht auf

Familie Schott will in Wallhausen weiter für das Grabmal ihres Sohnes kämpfen und fordert, dass es wieder aufgestellt werden darf. Nach einem Gerichtsurteil musste es 2024 weg.

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Von Autor/in Jan Arnecke

Familie Schott aus Wallhausen (Kreis Schwäbisch Hall) will den Kampf um das Grabmal ihres Sohnes nicht aufgeben. Zwar gibt es keine rechtlichen Möglichkeiten mehr, die Familie hofft aber mit ihrer Kampagne "Wir wollen Ricardo zurück!" auf Mitgefühl und Offenheit in der Stadtverwaltung. Um ihre Argumente für das signalfarbene Grabmal zu untermauern, haben sie auch Experten mit ins Boot geholt.

Friedhofsexperte: "Nichts Anstößiges am Grabmal"

Bei einem Gespräch mit dem SWR erzählte Vater Hartmut Schott, dass man das Urteil aus dem April 2024, das Grabmal müsse weg, nicht mehr anfechten könne. Eine Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim sei damals nicht zugelassen worden. Und auch klagen wolle er nicht. Dennoch wolle er den Kampf nicht aufgeben.

Unterstützt werden er und seine Frau dabei aber nicht nur von Freunden, Familie und anderen Bürgerinnen und Bürgern, sondern unter anderem auch von Herbert Schneider, dem Verbandsvorsitzenden der Friedhofsverwalter in Deutschland e.V.. Er stellte demnach fest, dass "an der beanstandeten Skulptur nichts Anstößiges oder gar Sittenwidriges dran war. Es braucht Empathie und Offenheit - kein Verharren im Gestern". So zitiert die Familie den Experten in einer entsprechenden Mitteilung.

Gelbe Statue eines Jungen
Als das Grabmal noch stand hatte Hartmut Schott zu einer Informationsveranstaltung auf den Friedhof eingeladen. SWR

Urteil ohne Expertise? Familie fordert Neubewertung

Da die Beseitigungsverfügung ohne die Einbeziehung der Expertise eben solcher Friedhofsfachleute erlassen worden sei, fordert die Familie die sofortige Zurücknahme. Für Hartmut Schott seien die Beseitigungsverfügung und das entsprechende Gerichtsurteil ohne jegliche friedhofsfachliche Grundlage inakzeptabel. "In seiner Friedhofsfachkompetenz widerspricht Schneider den Richtern, der Rathausverwaltung, dem Gemeinderat und dem Landratsamt Schwäbisch Hall", so Schott.

Streit gipfelt in Gerichtstermin auf dem Friedhof Wallhausen

Im April 2024 fand der Streit um das Grabmal nach knapp zwei Jahren seinen Höhepunkt. Da kam der Verwaltungsgerichtshof Stuttgart zu einem Termin vor Ort nach Wallhausen. Das Gericht folgte der Argumentation der Stadt, das Grabmal störe andere Friedhofsbesucher und sei mit der Würde des Friedhofs nicht vereinbar und gab somit grünes Licht für die endgültige Beseitigung. Seit dem 31. Oktober 2024 steht es nicht mehr auf dem Friedhof.

Ein schwerer Schlag für die Familie, für die der Ort weiterhin wichtig zum Trauern sei. Das Grabmal habe auf einem Grabfeld ohne Gestaltungsvorschrift gestanden, somit hätte man auch gegen keine Regelungen oder Auflagen verstoßen, argumentiert Familie Schott.

Noch immer besuchen sie das Grab ihres Sohnes und haben inzwischen auch eine Infotafel und eine Fotowand bei sich zu Hause aufgestellt. Sie hoffen jetzt auf ein offenes Ohr in der Stadtverwaltung, die Entscheidung, das Grabmal entfernen zu lassen, noch einmal zu überdenken.

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