Das Jugendwort des Jahres 2025 lautet "Das crazy". Das hat der Stuttgarter Langenscheidt-Verlag am Samstag traditionell auf der Frankfurter Buchmesse verkündet. Die Allzweckfloskel "Das crazy" wird verwendet, wenn man sprachlos ist, keine Lust auf eine richtige Antwort hat oder einfach nur höflich bleiben will. Laut Verlag wird die Floskel von Jugendlichen als Alternative zu "okay" eingesetzt. "Das crazy" könne somit als "Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit" verstanden werden. Ein Beispiel: "Er hat ihr einfach vor dem ganzen Kurs einen Antrag gemacht! - Das crazy."
"Das crazy" landet vor "Goonen" auf Platz 1
Mit einem knappen Vorsprung konnte sich "Das crazy" gegen "Goonen" durchsetzen. "Goonen" ist ein Slangwort für Selbstbefriedigung. Während es jetzt als allgemeiner Begriff verwendet wird, stand es ursprünglich für stundenlange Selbstbefriedigung und exzessive Pornosucht oder auch für lange sexuelle Stimulation ohne Höhepunkt.
"Checkst du" landet auf Platz 3 und wird oft am Ende eines Satzes genutzt, um sicherzugehen, dass das Gegenüber wirklich versteht, worum es geht. Ein Beispiel: "Ich erklär’s dir jetzt zum letzten Mal, checkst du?"
Was die drei Favoriten bei der Wahl des Jugendworts des Jahres 2025 bedeuten, erklären wir auf unserem SWR Aktuell-TikTok-Kanal
Nach Angaben des Stuttgarter Langenscheidt-Verlags spiegelt das Jugendwort des Jahres durch seine Kürze und den Einfluss der englischen Sprache den Zeitgeist der zur Wahl stimmberechtigten 11- bis 20-Jährigen wider. Die Wahl zum Jugendwort des Jahres gibt es seit 2008. Im vergangenen Jahr gewann das Wort "Aura", ein scherzhafter Begriff zur Ausstrahlung einer Person.
Fast zwei Millionen Jugendliche haben ihre Stimme abgegeben
Seit dem Start der Kampagne Ende Mai wurden bei der anonymen Wahl fast zwei Millionen Stimmen online abgegeben. Sowohl bei der Abstimmung als auch bei der Einreichung der Vorschläge wurde laut einer Verlagssprecherin nur die Altersgruppe der 11- bis 20-Jährigen berücksichtigt. Dies kann aber nicht überprüft werden. "Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Teilnehmenden ihr Alter wahrheitsgemäß angeben", so eine Sprecherin des Langenscheidt-Verlags. Beleidigende, rassistische oder diskriminierende Wörter wurden den Angaben zufolge vorab gestrichen.
Jugendsprache beeinflusst die Sprache der Gesellschaft
Der Germanist Nils Uwe Bahlo forscht an der Universität Münster zum Thema Jugendsprache. "Das crazy" sei ein spannendes Beispiel dafür, wie sich Jugendsprache entwickle: Während "crazy" schon lange ein Jugendwort sei, sei dieser elliptische Gebrauch - also ohne Verb - relativ neu.
Wie der Germanist erklärt, nutzen auch Erwachsene teils Jugendsprache, "aber das wirkt dann oft anbiedernd". Klar sei aber auch, dass die Jugendsprache die Sprache der Gesellschaft mittelfristig beeinflusse. "Unsere heutige Umgangssprache ist geronnene Jugendsprache der letzten Dekaden", betonte der Forscher. Das sehe man an Worten wie "toll" oder "krass", die einst pure Jugendsprache gewesen seien.