Ein 13-Jähriger ist am Samstagabend in der Mannheimer Neckarstadt von einer Straßenbahn erfasst und dabei schwer verletzt worden. Nach Auskunft der Polizei hatte er in der Nähe einer Haltestelle mit dem Rücken zum Gleisbereich gewartet, als es zum Unfall kam. Der Junge sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
Junge durch Kopfhörer und Smartphone abgelenkt
Ersten Ermittlungen zufolge trug der Junge Kopfhörer und nutzte dabei gleichzeitig sein Smartphone. Er sei unaufmerksam gewesen und habe die in Richtung Innenstadt fahrende Straßenbahn trotz Warnsignals nicht wahrgenommen, erklärte ein Polizeisprecher. Bei der Kollision sei der Arm des Jungen von der Straßenbahn erfasst und gegen einen Mast geschleudert worden. Dabei stürzte der 13-Jährige und blieb im Gleisbett liegen. Den Angaben zufolge wurde er bei dem Unfall "schwerer, jedoch nicht lebensgefährlich" verletzt.
Polizei erkennt keine Häufung dieser Unfälle
Am Dienstag (10. Juni) teilte die Polizei auf SWR-Anfrage mit, in den vergangenen 12 Monaten habe es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim 29 Unfälle gegeben, bei denen es zu Kollisionen zwischen Straßenbahnen und Fußgängern, Radfahrern oder E-Rollern kam. Bei nur vier dieser 29 Unfälle hatten Fußgänger, Radfahrer oder E-Roller-Fahrer einen Kopfhörer auf oder waren mit ihrem Smartphone beschäftigt. Von einer Häufung dieser Fälle könne also keine Rede sein, so ein Polizeisprecher. Als Antwort auf die Frage, wie solche Unfälle vermieden werden könnten, verwies der Sprecher auf Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO): "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht."