Das gab es seit 26 Jahren nicht mehr: Am Abend des 12. August 2026 wird es im Südwesten Deutschlands plötzlich ungewohnt dunkel - und das, obwohl die Sonne noch über dem Horizont steht.
Der Grund: Eine partielle Sonnenfinsternis, bei der der Mond einen großen Teil der Sonnenscheibe verdeckt. In Baden-Württemberg laut Experten wird das Schauspiel im Vergleich zum Rest von Deutschland besonders eindrucksvoll.
In Freiburg ist die Sonne deutschlandweit am stärksten bedeckt
Von Freiburg aus wird die stärkste Verdeckung der Sonne in Deutschland erwartet. Dort verschwinden bis zu rund 90 Prozent der Sonne hinter dem Mond, so Martin Federspiel, stellvertretender Leiter des Planetariums Freiburg. Das habe es seit 26 Jahren nicht mehr gegeben.
Für Beobachterinnen und Beobachter wirkt die Sonne dann nur noch wie eine schmale, gelblich-rote Sichel knapp über dem Westhorizont. Das Licht wird "bleiern", die Farben erscheinen gedämpft.
Sonnenfinsternis gegen 20:15 Uhr auf dem Höhepunkt
Die Sonnenfinsternis beginnt in Baden-Württemberg gegen 19:20 Uhr, der Mond schiebt sich von "rechts unten" in die Sonnenscheibe hinein. Am stärksten verdeckt ist sie in Stuttgart gegen 20:15 Uhr, in Freiburg gegen 20:17 Uhr, so Martin Federspiel. Gegen 20:45 Uhr geht die Sonne unter.
Wer das Spektakel beobachten will, sollte sich unbedingt eine spezielle Sonnenbrille dafür zulegen. Denn: Ein kleiner Teil der Sonne ist weiterhin sichtbar. Solche Brillen werden zum Beispiel in Freiburg im Planetarium ausgegeben. Normale Sonnenbrillen reichen nicht aus.
Sonnenuntergang könnte besonders eindrucksvoll werden
Weil der Mond die Sonne auch verdeckt, während sie verschwindet, könnte der Sonnenuntergang besonders beeindruckend aussehen. Wer davon ein Foto machen will, muss aufpassen: Federspiel empfiehlt, einen geeigneten Filter zu benutzen oder eine der speziellen Sonnenbrillen vor das Objektiv zu halten.
Als geeignete Orte empfiehlt Federspiel Aussichtspunkte wie Anhöhen in der Stadt oder den Schwarzwald. Noch eine Besonderheit: Am selben Tag erreicht der Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Wer nach der Sonnenfinsternis draußen bleibt und einen dunklen Ort aufsucht, hat später in der Nacht gute Chancen, Sternschnuppen zu sehen.
Was passiert bei einer Sonnenfinsternis?
Bei einer partiellen Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde fast in einer Linie. Damit das überhaupt möglich ist, muss Neumond sein. Nur dann befindet sich der Mond auf der Himmelskugel in derselben Richtung wie die Sonne. Der Mond schiebt sich dabei so vor die Sonne, dass er die Sonnenscheibe für uns zu einem großen Teil verdeckt. Das passiert aber nicht bei jedem Neumond.
Der Grund: Die Bahn, auf der der Mond um die Erde läuft, ist ein bisschen gegen die Bahn der Erde um die Sonne gekippt - etwa um fünf Grad. Meist läuft der Mond daher bei Neumond etwas "über" oder "unter" der Sonne vorbei. Nur wenn er seine Bahn genau dort kreuzt, wo beide Ebenen sich schneiden, und es gleichzeitig Neumond ist, fällt sein Schatten auf die Erde - dann gibt es eine Sonnenfinsternis. Die letzte partielle Sonnenfinsternis über Baden-Württemberg gab es am 29. März 2025 zu sehen.
Wetter könnte einen Einfluss haben
Das Wetter könnte Beobachtern einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn der Himmel bewölkt ist, werde von der Sonnenfinsternis nur wenig zu sehen sein, sagt Federspiel. Dass sich der Himmel verfinstert, wird man aber so oder so wahrnehmen können.