Mit DAS FEST AM SEE beginnt am Mittwoch der Auftakt für die 40. Ausgabe von DAS FEST in Karlsruhe. Mit einem Budget von etwa fünf Millionen Euro und über 250.000 erwarteten Besucherinnen und Besuchern hat sich das traditionsreiche Festival rund um den "Mount Klotz" in den vergangenen Jahrzehnten deutlich vergrößert. Denn beim ersten DAS FEST gab es nur rund 3.000 Besucherinnen und Besucher. Und die Veranstalter hatten nur ein Budget von 10.000 DM.
DAS FEST 1985 als Veranstaltung zum Internationalen Jahr der Jugend
Seit 1985 findet DAS FEST jedes Jahr in der Günther-Klotz-Anlage statt. Lediglich während der Coronapandemie gab es eine Pause von zwei Jahren. Das erste DAS FEST war die zentrale Veranstaltung zum Internationalen Jahr der Jugend, erinnert sich der damalige Organisator Dieter Moser. Der Stadtjugendausschuss wollte damals ein entsprechendes Programm präsentieren.
Der Verein habe schon vorher ähnliche Veranstaltungen in der Oststadthalle auf dem Karlsruher Messplatz durchgeführt. "Da hat sich dann diese Idee entwickelt, das Ganze umsonst und draußen - also offener - dann auch irgendwo in der Stadt anzubieten", sagt er.
Das war ein spannendes Abenteuer, weil wir bei der Planung viele Unwägbarkeiten aus dem Weg räumen mussten.
Bei der Planung gab es laut Dieter Moser einige Hürden: Es mussten Lösungen für die Entsorgung und Versorgung gefunden werden. Es habe keine Wasser- und Stromanschlüsse gegeben. Und letztendlich habe es eine Genehmigung von der Stadt gebraucht. Das sei im Jahr 1985 aber schwierig gewesen. Denn im Jahr zuvor gab es ein Heavy-Metal-Fest mit entsprechenden Folgen für die umliegenden Kleingärten und die Nachbarschaft.
Die wichtigsten Infos zum diesjährigen DAS FEST:
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Der Mount Klotz - ein ikonischer Veranstaltungsort
"Die Günther-Klotz-Anlage war ein Augapfel, ein Herzstück des damaligen Direktors vom Gartenbauamt", erinnert sich auch Klaus-Peter Weber. Er war schon Helfer beim ersten DAS FEST und ist seitdem mit dabei. Vor dem ersten Festival mussten noch Politiker und Verwaltung überzeugt werden, den Veranstaltungsort für das Festival auszuprobieren, erzählt er. Inzwischen ist das Gelände und der Mount Klotz fest mit DAS FEST verbunden. Die Faszination des Veranstaltungsorts hat schon Künstler wie den Sänger Alvaro Soler oder die Band Beatsteaks dazu gebracht, bei dem Festival ein Musikvideo aufzunehmen.
Auch Moser und Weber sind von dem Hügel begeistert. Besonders sei dabei für die Künstler, auf Augenhöhe mit dem Publikum zu sein. "Es ist für mich ein riesiges Amphitheater", schwärmt Moser. "Das ist schon eine einzigartige Kulisse, dieser Berg, der bebt wirklich", freut sich Weber. "Und dann geht irgendwann noch die Sonne über dem Hügel auf, das ist ein ganz fantastischer Anblick." Am häufigsten sind in den vergangenen 40 Jahren bei DAS FEST Die Sportfreunde Stiller aufgetreten. Die Band war insgesamt fünfmal da.
Zeltlagerstimmung statt Riesenfestival beim ersten DAS FEST
Statt mehreren Bühnen und einem riesigen umzäunten Gelände habe es beim ersten DAS FEST lediglich ein großes Versorgungszelt gegeben, in dem alle Essens-, Getränke- und Infostände gewesen seien, erinnert sich Weber. "Es war mehr wie ein Zeltlager." Dass das Festival die heutigen Dimensionen annehmen würde, habe zu dem damaligen Zeitpunkt keiner gedacht. "Das war auch nicht unbedingt das Ziel oder die Absicht vom Stadtjugendausschuss, ein Riesenfestival daraus zu machen", erklärt er.
Von Jahr zu Jahr seien mehr Leute gekommen. Nach Angaben der KME hatte das Fest bereits 1994 die Marke des millionsten Besucher geknackt. Für die Masse an Menschen brauchte es laut Weber mehr Stände, mehr Kassenhäuschen, mehr Künstler sowie mehr Personal und so sind auch die Kosten immer weiter gestiegen.
2001: Das Gelände von DAS FEST wird das erste Mal eingezäunt
Lange Zeit habe sich DAS FEST durch den Verkauf der Getränke und des Essens finanziert, so Moser. "Immer mehr Menschen, die dann aufs Fest kamen, haben sich selbst versorgt und haben Getränke und Essen mitgebracht." Das habe zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt und brachte die Finanzierung ins Wanken. Deswegen entschieden sich die Veranstalter 2001 dafür, das Gelände einzuzäunen. In den Augen von Dieter Moser habe die Maßnahme das Festival finanziell wieder stabilisiert.
Auch bei der Frage der Sicherheit hat sich im Laufe der Jahre einiges getan. "Wir haben am Anfang vier Mann Sicherheitspersonal gehabt", erinnert sich Weber. Zum Teil seien sie von der Hundestaffel der Polizei gewesen. Mit der Masse an Besuchern habe der Stadtjugendausschuss irgendwann aber nicht mehr alleine die Sicherheit garantieren können.
Das Festival wurde laut KME 2009 zum letzten Mal unter dem Verein veranstaltet. In dem Jahr hat es Probleme mit einem überfüllten Peter-Fox-Konzert gegeben. Es wurde eine GmbH gegründet, die ab dann die Organisation in die Hand nahm. Im folgenden Jahr kostete das Festival das erste Mal fünf Euro Eintritt.
Einprägsame Erlebnisse bei DAS FEST: Schlammige Konzerte und Mülltonnenrutschen
Für Moser waren die schönsten und ereignisreichsten FESTE die, die verregnet waren. Und auch bei Weber hat vor allem schlechtes Wetter einen besonderen Eindruck hinterlassen. "Der Regen zieht sich immer durch die ganze Geschichte von DAS FEST", sagt er. Die erste Räumung wegen eines Unwetters gab es allerdings erst zum 30-jährigen Jubiläum von DAS FEST.
Beide erinnern sich noch mit Freude an ein Konzert von der schottischen Band Big Country, bei dem es strömend geregnet hatte. "Kein Mensch hat das Gelände verlassen. So begeistert waren die Leute", sagt Moser. Die Wiese vor der Bühne habe vollständig unter Wasser gestanden. "Und am nächsten Morgen stand das Klassik-Konzert an und letztendlich haben wir dann mithilfe der Feuerwehr die Wiese quasi leer gepumpt. Das fand ich großartig", erzählt der ehemalige Organisator.
Immer dann, wenn es richtig geregnet hatte, wurde der Hügel matschig. Daraus folgte ein Schauspiel, das Weber niemals vergessen wird: das Mülltonnenrutschen. Die vom Alkohol schon angeheiterten Menschen kamen auf die Idee, Mülltonnen als Schlitten zu nutzen und den Mount Klotz hinunterzurutschen - von der Spitze des Hügels bis nach unten auf den Weg. "Damals ging das noch, da war es nicht ganz so voll", erzählt Weber. "Die Leute sind natürlich auch durch die Gegend gepurzelt. Es war einfach irre."