"Was lange währt, wird endlich gut" - so könnte man die Situation der Schwimmbäder in Pforzheim beschreiben. Mit dem Spatenstich für das Panoramabad am Mittwoch beginnt das Ende eines jahrelangen Fiaskos. Erst einen Tag zuvor hatte sich Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) das letzte 'Go' vom Gemeinderat geholt. Dieser stimmte Dienstagabend für den Bebauungsplan. Jetzt steht dem Baubeginn nichts mehr im Weg.
Seit sieben Jahren gibt es in Pforzheim kein großes öffentliches Schwimmbad mehr. Das Emma-Jaeger-Bad mitten in der Stadt musste 2018 aufgrund seines maroden Zustands geschlossen werden. Danach folgten endlose Diskussionen im Gemeinderat über die Zukunft der Bäderlandschaft in Pforzheim.
Schwimmbad mitten in Pforzheim oder lieber nicht?
Der Gemeinderat stimmte 2020 erst für ein Bad, das wieder zentral in der Stadt liegen sollte. Es gab eine Mehrheit für ein kleineres Schwimmbad am Standort des Emma-Jaeger-Bads. 2023 wurde dann diese Entscheidung wieder gekippt. Der Rat entschied sich doch für die Kombi-Variante aus saniertem Freibad und neuem, großen Hallenbad auf dem Wartberg. Dann konnten die Planungen beginnen.
Die Pforzheimerinnen und Pforzheimer hängen an ihrem Emma-Jaeger-Bad. Es war das erste Schwimmbad der Stadt und wurde laut Stadt 1911 eröffnet. Der alte Teil des Bads musste 2011 schließen und wurde zum Emma Kreativzentrum umgewandelt. Der neue Teil aus den 60er-Jahren musste aufgrund seines maroden Zustands im Jahr 2018 geschlossen werden. Seit Jahren ist der Teil des Gebäudes Sinnbild des Bäderfiaskos und ein Lost Place mitten in der Stadt.
Oberbürgermeister Peter Boch erklärt im SWR-Interview, dass der neue Teil des Emma-Jaeger-Bads in den nächsten Jahren abgerissen werden soll. Dafür müssten erst Schadstoffgutachten erstellt werden. Es gebe aber schon Pläne für die Fläche, aktuell würde die Suche nach einem Investor laufen.
Neues Schwimmbad in Pforzheim wird immer teurer
Auch das Stadtteilbad in Huchenfeld war marode und musste neu gebaut werden. Das neue Schwimmbad dort wurde im April dieses Jahres eröffnet. Es war der erste Neubau eines Schwimmbads seit fast 50 Jahren in Pforzheim und war der erste Schritt raus aus dem Bäderfiasko der Stadt.
Nach der Entscheidung für das Kombibad auf dem Wartberg war klar, dass das in die Jahre gekommene Freibad aufwendig saniert werden muss. Das Freibad braucht eine neue Pumpentechnik, und die Becken sollen mit einer Aluschale ausgekleidet werden. Die Kosten für die Sanierung waren zuletzt nochmal gestiegen. Damit wird das Kombibad fast 80 Millionen Euro kosten.
Ja, es kostet etwas, aber am Ende des Tages ist es ein extremer Mehrwert.
Panoramabad in Pforzheim soll für jeden etwas bieten
Vom Hallenbad aus soll man einen Blick über ganz Pforzheim haben. Deshalb wird der geplante Neubau auch "Panoramabad" genannt. Im Hallenbad soll es eine Rutsche, mehrere Saunen und ein Schwimmerbecken für Vereine und Wettkämpfe geben. Das Dach des Gebäudes soll bepflanzt und nach hinten zum Freibad hin abgeflacht werden. Dann kann es als Liegewiese für das Freibad genutzt werden. Die Zeit der maroden Bäder in Pforzheim scheint mit dem neuen Kombibad vorbei zu sein.
Wenn das neue Hallenbad dann steht, wird sich auch die Frage stellen, wer auf die Badegäste aufpassen soll. Denn die Stadt kämpft schon seit Jahren mit einem Fachkräftemangel bei den Bäderbetrieben. Immer weniger Menschen wollen umgangssprachlich Bademeister werden. Bäderchef Lutz Schwaigert weiß, wie schwierig es ist, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Die Stadt sei aber dabei, neue Stellen zu schaffen und bilde auch selbst Fachkräfte für Bäderbetriebe aus.
Wir hoffen natürlich, dass wir den einen oder anderen kriegen über dieses wunderschöne Bad, das wir hier bauen, das dann auch ein toller attraktiver Arbeitsplatz mit schönen Bedingungen sein wird.