Pächter weg – Mountainbiker enttäuscht

Bikepark in Bad Wildbad vor dem Aus: War's das mit "Deutschlands steilster Strecke"?

Der Bikepark in Bad Wildbad ist gesperrt. Der frühere Betreiber ist weg und ein neuer nicht so leicht zu finden. Für passionierte Mountainbiker ein Ärgernis.

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Von Autor/in Simon Hartmann

Absperrband und rote Schilder, sogar ein Baum liegt auf der Strecke: Hier fährt erstmal (fast) keiner mehr durch. Zumindest ist es seit Ende 2025 verboten. Der Bikepark in Bad Wildbad hat geschlossen. Die Stadt konnte bisher keinen neuen Betreiber für die Strecke finden. Der frühere Pächter hatte sich im Dezember vergangenen Jahres zurückgezogen.

Bikepark: "Steilste Strecke Deutschlands" ohne touristische Relevanz

Der Trail startet auf rund 700 Höhenmetern und schlängelt sich dann den Berg hinab Richtung Wildbader Kurpark. "Eine äußerst anspruchsvolle Strecke", betont Stefanie Bott, Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad.

Bad Wildbads Touristikleiterin Stefanie Bott steht vor dem gesperrten Bikepark auf dem Sommerberg.
Touristikleiterin Stefanie Bott sieht im Bikepark den Grundstein des Tourismus für Bad Wildbad. Christian Jäger

Wir haben hier die steilsten Strecken Deutschlands gehabt und dadurch haben wir natürlich auch nur eine geringe Nische angesprochen. Wir haben so eine kleine Zielgruppe angesprochen, die dann auch relativ wenig Wertschöpfung im Ort lässt.

Touristisch gesehen habe der Bikepark eine untergeordnete Rolle gespielt – auch weil neue Attraktionen wie die Wildline und der Baumwipfelpfad geschaffen wurden. Es sei kaum Geld verdient worden mit dem Bikepark, so Bott. Im Gegenzug seien die Kosten allerdings sehr hoch gewesen. Trotzdem ist Bott dem Bikepark dankbar. "Er ist der Grundstein unseres Tourismus in Bad Wildbad gewesen", betont sie.

Bikepark in Bad Wildbad ist zu teuer

Die finanzielle Last zwang unter anderem auch den ehemaligen Betreiber in die Knie. Der ging 2023 insolvent, nahm aber mit einer neu gegründeten Firma den Betrieb später wieder auf. Jetzt ist der Inhaber weg und der Bikepark verwaist. Hohe Kosten, viele Auflagen und geeignetes Fachpersonal für die Betreuung der Strecke zu finden, erschweren die Suche nach einem neuen Pächter.

Mountainbiker aus Karlsruhe bedauern Schließung

Diese Entwicklung besorgt auch den Mountainbikeverein MR20 aus Karlsruhe. Die über 100 Mitglieder haben auch häufig im rund 50 Kilometer entfernten Bad Wildbad trainiert. Das fällt jetzt weg. Für Vereinsvorstand Dominik Brauch ein Ärgernis, denn die Strecke auf dem Sommerberg ist etwas ganz Besonderes.

Dominik Brauch vom Mountainbikeverein MR20 schraubt an seinem Bike herum
Dominik Brauch vom Mountainbikeverein MR20 bedauert das Aus des Bikeparks in Bad Wildbad. Simon Hartmann

Der Bikepark in Bad Wildbad ist ein bisschen Klein-Kanada. Es ist halt auf der einen Seite die Natur, die dort drumherum ist, aber auch die Topografie, die man dort findet. Die Menge der Steine, der Wurzeln, das gibt so einen Gesamtcharakter, den man halt sonst nirgends vorfindet.

Da der Mountainbikeverein MR20 auch an Wettkämpfen teilnimmt, brauche es eine große Varianz bei den Trainingsstrecken. Jetzt fahren Dominik Brauch und seine Jungs teilweise ins benachbarte Frankreich oder in die Pfalz, um zu trainieren. Ansonsten fahren sie in Wolfartsweier bei Karlsruhe.

Verein würde Bikepark gerne ehrenamtlich betreiben

Dominik Brauch ist in Wildbad aufgewachsen. Daher nimmt ihn die Schließung des Bikeparks umso mehr mit. Gerne würde er es auf einen Versuch ankommen lassen, den Park als Verein ehrenamtlich zu betreiben.

Touristikleiterin Stefanie Bott hält diese Idee für schwer umsetzbar. Es gehe nicht nur darum, eine Strecke zu bespielen, sondern auch um das Thema Verkehrssicherungspflicht, betont sie. Ebenso sei die Haftung ein Knackpunkt. "Da das Personal vorzuhalten, was diese vielen Kilometer Strecke täglich ablaufen und kontrollieren muss, ist für einen Verein so gut wie unmöglich", sagt Bott.

Die Stadt Bad Wildbad setzt ihre Hoffnungen weiterhin in einen neuen Pächter. Wie lange das dauert und ob es überhaupt gelingt, ist unklar.

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Autor/in
Simon Hartmann
SWR-Reporter Simon Hartmann bei einer Live-Schalte für SWR Aktuell

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