Mehr als zwei Tage und zwei Nächte war Zwergrauhaardackel Max im Wald bei Elchesheim-Illingen (Landkreis Rastatt) verschwunden. Herrchen German Melzer und Frauchen Susanne Melzer bangten 52 Stunden um ihren zweieinhalbjährigen Hund. Für die beiden ist Max wie ein Kind, er ist schon ihr fünfter Dackel, erzählen sie.
Dackel Max: Losgerannt "wie auf der Autobahn"
Von Montag 10 Uhr bis Mittwoch gegen 14 Uhr sei ihr kleiner Hund weg gewesen. Vermutlich hatte Max eine Wildschweinfährte aufgenommen und ist davongelaufen - ins Maisfeld. Mitsamt seiner 15 Meter langen Schleppleine. Der Hund hat einen Jagdtrieb und sei "gerannt wie auf der Autobahn", erzählt sein Herrchen.
Dann begann die Suche. Für das Ehepaar eine große Belastung - emotional und körperlich.
Ich war stehend k.o. Ich gehe auf die 80 zu. Und dann, wenn man so eine Aufregung hat. Ich bin gealtert. Das war heftig.
Die ungewissen Stunden schildert Susanne Melzer so: "Furchtbar war's. Wir haben geheult und gehofft und wieder geheult und gehofft. Ein Hin und Her." Es war fast 40 Grad heiß und der Dackel allein im Wald, ohne Wasser und Futter. Er und seine Frau konnten nachts kaum schlafen vor Sorge, erzählt German Melzer.
Dackel Max verschwunden: Aufruf in sozialen Netzwerken
Dass in Elchesheim-Illingen ein Dackel verschwunden ist, machte schnell die Runde, zum Beispiel in Ortsgruppen der sozialen Netzwerke. Dort las auch Natalie Armbruster den Aufruf.
"Hoffentlich ist es nicht der Max. Das ist so ein Wirbelwind, dass ich dachte, wenn einer irgendwie losgerannt ist, dann der kleine freche Kerl."
Sie kennt den Hund und seine Besitzer vom Gassigehen. Und auch deren innige Beziehung. Sie habe dann ihre Sachen geschnappt und sei losgefahren. Mit einem fast leeren Akku, leerem Magen und bei der Hitze, erzählt Natalie Armbruster.
Suche nach Dackel Max mit Drohne, Karte und WhatsApp
Ein Tipp einer anderen Gassi-Geherin brachte den Kontakt zu Tanja Axmann. Sie sucht regelmäßig ehrenamtlich nach entlaufenen Hunden und ist gut vernetzt. Sie half, die Suche systematisch zu organisieren.
Abends waren schon ungefähr 20 Leute bei der Suche dabei. Dann musste wegen der Dunkelheit abgebrochen werden. Am Morgen danach, um 5 Uhr, half eine Pet-Trailerin mit ihrem Hund, den Radius einzugrenzen, in dem sich Max vermutlich aufhält. Eine Karte vom Waldstück wurde angelegt und eine WhatsApp-Gruppe gegründet. Mit Verhaltensregeln und Tipps zur Suche im dichten Wald.
Viele Menschen folgten dem Aufruf. Auch Celine Bormann wollte helfen: "Es war unfassbar schön zu sehen, wie viele Menschen sich so zusammengefunden haben, um den kleinen Max zu suchen", erzählt sie.
Schleppleine des Dackels wickelt sich um Baum
Ganze Suchtrupps durchkämmten das Gebiet. Auch eine Drohne war im Einsatz. Schnell war klar, dass der Hund wahrscheinlich mit seiner Schleppleine irgendwo festhängt. Dann fand Natalie Armbruster den Dackel schließlich mitten im Wald. Mit seiner 15 Meter langen Leine hing Max an einem Baum fest.
Als der Hund gefunden wurde, hätten viele Beteiligte geweint, erzählt eine der Helferinnen. Für Hunderetterin Tanja Axmann ist das immer wieder ein besonderer Moment.
Diese Emotionen zu sehen vom Besitzer und auch vom Hund. Das ist unfassbar.
Auch Max freute sich, wieder bei seinen Besitzern zu sein. Er sei gekommen und hochgesprungen, als ob nichts gewesen wäre, erzählt German Melzer.
Für das Ehepaar ist nach diesen 52 Stunden klar: Der kleine Dackel bekommt jetzt noch einen GPS-Tracker. So können die Melzers ihren Max in Zukunft immer orten.