"Brauchen keine neuen Feindbilder, keinen Hass"

Nach tödlichem Angriff beim Berliner CSD: Gedenken in Mannheim und Karlsruhe

In Mannheim und Karlsruhe haben hunderte Menschen der Opfer des Anschlags beim CSD in Berlin gedacht. Sie setzten mit klaren Worten ein deutliches Zeichen gegen Hass und Gewalt.

Teilen

Stand

In Mannheim und Karlsruhe haben am Montagabend viele Menschen gemeinsam innegehalten. Mit Regenbogenflaggen, Kerzen und Reden gedachten sie der Opfer beim Christopher Street Day in Berlin und machten deutlich, dass sich die Community nicht dem Hass beugt. Das Queere Zentrum Mannheim hatte zur Kundgebung auf dem Marktplatz aufgerufen. Auch in Karlsruhe versammelten sich hunderte Menschen zu einer stillen Mahnwache auf dem Marktplatz in der Innenstadt.

Mannheim: Rainbow City zeigt Anteilnahme

Rund 500 Menschen haben in Mannheim der Opfer des Anschlags am Samstag in Berlin gedacht. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Mannheimer Politik waren anwesend und zeigten ihre Anteilnahme. Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) betonte in seiner Rede, Mannheim sei eine "Rainbow City" - und ein Angriff auf die queere Community sei auch ein Angriff auf die pluralistische Demokratie.

Karlsruhe: Mahnwache gegen Hass und neue Feindbilder auf dem Marktplatz

Der Verein CSD Karlsruhe hatte nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day zu einer Mahnwache auf dem Karlsruher Marktplatz aufgerufen. Die Veranstaltung sollte ein stiller Ort des Gedenkens sein, ohne Musik und ohne laute Parolen. Rund 500 Menschen kamen auch hier zusammen, um der Opfer zu gedenken.

Wenn so ein Ort angegriffen wird, dann betrifft das nicht nur die Menschen in Berlin. Das betrifft uns alle.

Zugleich warnte Kremer vor neuen Frontstellungen: "Wir wollen mehr Menschlichkeit, wir wollen mehr Solidarität, aber wir brauchen keine neuen Feindbilder, keinen Hass." Der CSD in Karlsruhe hatte bereits am 6. Juni unter dem Motto "Queer Minds Matter; Weil Hass krank macht" stattgefunden. Mit der Mahnwache knüpfte der Verein an diese Botschaft an: Die Antwort auf Gewalt soll Solidarität und gemeinsame Sichtbarkeit bleiben.

Menschen gedenken in Karlsruhe nach dem mutmaßlichen Anschlag beim CSD in Berlin.
Menschen gedenken in Karlsruhe nach dem mutmaßlichen Anschlag beim CSD in Berlin. Cornelia Stenull

Auch in anderen Städten in Baden-Württemberg wurde der Opfer gedacht

Auch in anderen Städten in Baden-Württemberg wurde der Opfer nach dem mutmaßlichen Anschlag auf dem CSD in Berlin gedacht - unter anderem in Ulm, Ludwigsburg und Reutlingen. In Heidelberg wurde auf dem Rathaus eine Regenbogenfahne mit Trauerflor gehisst. Bei dem Angriff am Samstagabend im Berliner Tiergarten starb nach bisherigen Angaben eine Person, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittlungen zu Ablauf und Hintergründen dauern an.

Vorbereitungen zu CSD-Veranstaltungen laufen

In mehreren deutschen Großstädten laufen die Vorbereitungen für einen Christopher-Street-Day auch nach dem Anschlag von Berlin weiter. Bereits am Samstag soll es CSD-Demonstrationen und Straßenfeste in Hamburg und Bonn geben. Beide Städte kündigten an, die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal zu überprüfen. Man werde nicht weichen, teilte Hamburgs Innensenator Grote mit. Auch Koblenz und Darmstadt halten an ihren Planungen für die Veranstaltungen am 15. August fest.

Schifferstadt/Frankenthal/Landau

"Sichtbares Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls" So reagieren Pfälzer Kommunen auf CSD-Anschlag in Berlin

Nach dem Anschlag mit einer Toten und 29 Verletzten am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin zeigen Städte in der Pfalz Mitgefühl und Solidarität.

SWR Aktuell Sommerinterview BW-Innenminister Hagel fordert härteren Kurs gegen islamistische Extremisten

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin will Hagel durchgreifen, was Extremisten angeht. Wer etwa Werbung für eine islamistische Terrorgruppe macht, soll sofort eingesperrt werden.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Tote und Verletzte in der Hauptstadt Entsetzen und Solidarität in RLP nach Anschlag auf CSD in Berlin

Was als bunte Demonstration für Vielfalt und Toleranz begonnen hatte, endete am Samstag in Berlin tragisch. Der Anschlag auf den CSD löst bei den Veranstaltern der Mainzer Demo Trauer und Entsetzen aus.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RLP

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Gabriela Becker-Jahn
Gabriela Becker-Jahn
Cornelia Stenull
Ein Foto von Cornelia Stenull

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!