Deutsche und französische Polizisten sind am Donnerstag mit einer gemeinsamen Kontrollaktion unter anderem gegen Drogenkriminalität vorgegangen. Im Fokus habe vor allem der zunehmende Kokainschmuggel gestanden, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg mit, das die Aktion auf deutscher Seite koordinierte.
Große Polizei-Kontrolle in Frankreich und Deutschland
Nach Angaben der Offenburger Polizei war es die bisher größte grenzüberschreitende Aktion mit den französischen Kollegen entlang des Oberrheins. Etwa 200 Beamte waren demnach bei den Kontrollen im Einsatz - so auch in Rastatt und in Lahr (Ortenaukreis).
Auch am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden und auf dem Rhein wurde verstärkt kontrolliert. Die Aktion wurde unter anderem durch die Wasserschutzpolizei, den Zoll und die Bundespolizei unterstützt. Auch ein Polizeihubschrauber sei im Einsatz gewesen.
2025 Kokain im Millionenwert geschmuggelt
Ziel war laut Polizei unter anderem, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei polizeilichen Ermittlungen zu stärken. Darüber hinaus setze man ein Zeichen gegen Drogenkriminalität. Die Einfuhr und der Konsum von Kokain habe in den letzten Jahren zugenommen.
Kriminalität macht ja nicht an der Grenze halt. Deswegen ist die Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen sehr wichtig.
So wurden zum Beispiel im Oktober 2025 im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg 13 Kilogramm Kokain beschlagnahmt - der Marktwert 1,5 Millionen Euro. Bereits im August war bei Kontrollen bei Göppingen ein LKW aus Spanien mit sogar rund 300 Kilo Kokain entdeckt worden.
Deutsche Beamte finden keine größeren Mengen Drogen
Bei der Kontrolle am Donnerstag fanden die Beamten unter anderem Heroin, Haschisch, Marihuana, Kokain und Ecstasy-Tabletten. Von größeren Mengen ist im Polizeibericht nicht die Rede. Zehn Autofahrer seien unter Drogeneinfluss gefahren. Wegen Besitzes diverser Betäubungsmittel habe man vier Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Insgesamt wurden laut Polizei auf deutscher Seite 770 Autos und mehr als 1.000 Menschen überprüft. Gefunden wurden neben den Drogen unter anderem eine geladene Waffe. In zwölf Fällen sei gegen das Ausländerrecht verstoßen worden, in acht Fällen hatten Fahrerinnen und Fahrer keinen gültigen Führerschein. Darüber hinaus meldet die deutsche Polizei mehrere Zollverstöße und Autos, die nicht versichert waren.
Nach Angaben der deutschen Polizei habe man bei der Aktion keine größeren Drogenfunde erwartet. Ziel sei es gewesen, grenzüberschreitende Tätergruppen unter Druck zu setzen und die Zusammenarbeit zwischen deutscher und französischer Polizei zu vertiefen.
Französische Polizei überprüft mehr als 1.700 Menschen
Die französische Gendarmerie und Police National kontrollierte nach Angaben ihrer deutschen Kollegen rund 1.400 Fahrzeuge und 1.750 Menschen. Auch dabei wurden mehrere Fälle von Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Verkehrsverstöße festgestellt. Zwei Menschen kamen wegen fehlender Aufenthaltsgenehmigungen in Gewahrsam.