Finanziert aus Spenden: Baukosten knapp fünf Millionen Euro

Neues Besucherzentrum im Wildpark Pforzheim: Förderverein stemmt Millionenprojekt

Weil die Stadt Pforzheim kein Geld hat, baut der Förderverein das Besucherzentrum im Wildpark einfach selbst. Das nachhaltige Bauprojekt bekommt jetzt auch international Aufmerksamkeit.

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Von Autor/in Annika Jost

Klamme Haushaltskassen von Städten und Kommunen bedeuten oft: kein Geld für Freizeiteinrichtungen. In Pforzheim hat deshalb der Förderverein Wildpark Pforzheim e.V. das Millionenprojekt für ein neues Besucherzentrum im Wildpark selbst in die Hand genommen. Das nachhaltige Bauprojekt wird mit einem Platz auf der Architekturausstellung der Biennale in Venedig geehrt.

Die Bauarbeiten laufen schon seit über einem Jahr. Das Gebäude der zukünftigen Touristen-Info ist schon fast fertig. Zwei weitere sollen noch dazukommen. Dann wird es einen großen Gastrobereich, ein Waldklassenzimmer und einen Laden des Fördervereins mit Souvenirs und Produkten aus der Region geben. In der Mitte der drei Gebäude entsteht ein großer Platz mit Sitzmöglichkeiten, die sogenannte "Dorfmitte".

Eine Computersimluation zeigt das Zentrum des neuen Besucherzentrums des Wildparks Pforzheim. Hier soll eine Art Dorfplatz entstehen.
Im Zentrum des neuen Besucherzentrums des Wildparks Pforzheim soll eine Art Dorfplatz entstehen. (Computersimulation) Lohrmann Architekten

Neues Besucherzentrum im Wildpark Pforzheim ist ein Millionenprojekt

Fast fünf Millionen Euro wird das Projekt kosten und es wird fast nur aus Spenden finanziert. Ein großes finanzielles Risiko für den Vorstand des Fördervereins, über das er sich schon vor Baubeginn Gedanken gemacht hat. Unzählige Menschen hätten sich mit kleinen und großen Spenden am neuen Besucherzentrum beteiligt, erzählt Jan Lauer vom Förderverein. Zudem hätten mehrere Menschen ihr Erbe an das Projekt vermacht.

Wir haben schon vor Beginn des Projekts genug Spenden gesammelt. Sonst könnte ich nachts nicht mehr ruhig schlafen.

Besucherzentrum soll mit Nachhaltigkeit punkten

Er macht die Arbeit natürlich nicht allein. Ein Team im Verein unterstützt ihn. Sie sind alle schon zu wahren Bau-Experten geworden, denn jede Entscheidung trifft das Team selbst. Die Gebäude sollen von rund 750.000 Besuchern jährlich genutzt werden. Gebaut werden sie möglichst nachhaltig.

Das Holz für die Gebäude kommt aus dem Schwarzwald. Die Dämmung der Wände ist aus Holzfasern. Die Steine des Kopfsteinpflasters in der "Dorfmitte" kommen aus dem Kinzigtal. Und die Dachziegel auf den Häusern sind bunt durcheinander gewürfelt, weil sie schon auf anderen Dächern lagen. Sie werden jetzt wiederverwendet.

Uns ist wichtig, dass Gebäude dauerhaft sind und dadurch nachhaltig werden.

Architekten auf weltweit größter Architekturausstellung in Venedig

Die Architekten des neuen Besucherzentrums wurden jetzt zu einer renommierten Architekturausstellung eingeladen: Die Biennale di Venezia. "Alle Architekten gehen da hin", erzählt Holger Lohrmann stolz. Aber ausstellen darf dort nicht jeder.

Da war natürlich eine große Freude im Büro.

Das Architekturbüro von Holger Lohrmann stellt dort drei ihrer Projekte vor. Eins davon ist das neue Besucherzentrum vom Wildpark Pforzheim. Die Ausstellung steht unter dem Motto "nachhaltiges Bauen". Mit den Ziegeln, die wiederverwendet werden und den regionalen Baumaterialien ist das Pforzheimer Wildpark-Projekt wohl ein gutes Beispiel dafür.

Eine Computersimulation zeigt das neue Besucherzentrum, das im Wildpark Pforzheim entstehen soll.
"Uns ist wichtig, dass Gebäude dauerhaft sind und dadurch nachhaltig werden", sagt Architekt Lohrmann. (Computersimulation) Lohrmann Architekten

Neues Besucherzentrum soll im Oktober öffnen

Förster Carsten Schwarz ist der Wildparkchef und kümmert sich um die großen und kleinen Besucher. Die kommen auch von weit her. Laut Schwarz ist der Wildpark deshalb so beliebt, weil die Besucherinnen und Besucher keinen Eintritt bezahlen müssen. Das neue Besucherzentrum wird für ihn ein Highlight im Park.

Das neue Besucherzentrum wird das i-Tüpfelchen des Wildparks.

Im Oktober soll das neue Besucherzentrum fertig werden. Mit der feierlichen Eröffnung hat der Wildpark dann wieder ein umfassendes Angebot für Essen und Getränke und ein Highlight mehr für die Besucherinnen und Besucher.

Für Wildparkchef Carsten Schwarz ist das Besucherzentrum ein moderner, einladender Auftakt für den Park, der weiterhin kostenlos zugänglich bleibt. Mit dem neuen Zentrum erweitert sich das Angebot um Gastronomie, regionale Produkte und eine attraktive "Dorfmitte" als Treffpunkt für Jung und Alt.

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