Es kann weitergehen bei der Hermann-Hesse-Bahn. Theoretisch: Das Regierungspräsidium in Karlsruhe hat als zuständige Behörde genehmigt, dass zwei weitere Tunnel ausgebaut werden können. Noch kann dagegen geklagt werden.
Fledermauskonzept für Tunnel zwischen Calw und Althengstett
Eigentlich hätte die Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn bereits im Jahr 2018 abgeschlossen sein sollen. Doch Fledermäuse, die entlang der Strecke leben, haben die Fertigstellung unter anderem verzögert. Nun können in den Tunneln "Forst" und "Hirsau" zwischen Althengstett und Calw weitere Baumaßnahmen angegangen werden, teilt das Regierungspräsidium in Karlsruhe mit.
Dazu soll eine besondere Trennwandkonstruktion in die Tunnel eingebaut werden. Sie wird nach Angaben des Regierungspräsidiums weltweit zum ersten Mal bei der Hermann-Hesse-Bahn zum Einsatz kommen. Sie soll die Lösung für den Fledermausschutz sein. Denn die Tunnel entlang der Strecke haben sich laut Regierungspräsidium zu einem "national bedeutsamen Fledermausquartier" entwickelt. Um ein "verträgliches Nebeneinander" zu gewährleisten, habe man sich für diese besondere Konstruktion entschieden.
Dabei handelt es sich um eine sogenannte Tunnel-in-Tunnel-Lösung. Also wird ein kleinerer Tunnel in den bereits bestehenden Tunnel eingebaut. In dem entstandenen Zwischenraum könnten die Fledermäuse leben - so die Hoffnung der Verantwortlichen. Weitere Baumaßnahmen zum Brandschutz und an den Gleisen könnten dann auch durchgeführt werden.
Landrat Helmut Riegger von der CDU freut sich über den Planungsfeststellungsbeschluss als "weiteren Meilenstein in der Inbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn". Nun werde gemeinsam mit den Baufirmen das weitere Vorgehen ausgearbeitet. "Hierbei sind wir zuversichtlich, den ursprünglich avisierten Zeitplan halten zu können", so der Landrat in einer Stellungnahme. Aktuell ist der Start Ende 2025 geplant, ob er eingehalten werden kann, ist aber noch unklar.
Hermann-Hesse-Bahn: Planfeststellungsbeschluss liegt im September aus
Der Planfeststellungsbeschluss, in dem die Baumaßnahmen festgehalten werden, wird vom 9. September bis zum 22. September auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe veröffentlicht. Gegen den Beschluss können Betroffene der Planfeststellung Klage einreichen.
Nachdem der Eisenbahnbetrieb zwischen Weil der Stadt und Calw im Jahr 1988 eingestellt wurde, hat der Landkreis Calw diese Strecke im Jahr 1994 von der Deutschen Bahn übernommen. Die Strecke soll Calw mit Stuttgart und Sindelfingen/Böblingen wieder verbinden.