400 Kinder und Jugendliche werden untersucht

Erste Tests von Studie in Karlsruhe: Ist eine vegane Ernährung gesund für Kinder?

Kinder vegan oder vegetarisch ernähren? Die Frage führt in den Sozialen Medien immer wieder zu wutentbrannten Diskussionen. In Karlsruhe soll eine Studie klären, wie gesund es ist.

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Von Autor/in Simon Hartmann

Am Max-Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe sind für die COPLANT-Studie (COhort Study on PLANT-based Diets) die ersten Tests im Modul "kids/family" gestartet. Sie soll umfassende Ergebnisse über das Ernährungsprofil von Familien liefern. Dafür wird das Essverhalten von 400 Eltern-Kind-Paaren unter die Lupe genommen - jeweils 200 in Berlin und Karlsruhe.

Im vergangenen Jahr ist bereits der erste Teil der COPLANT-Studie gestartet, der ausschließlich Erwachsene untersucht:

Start der 20-jährigen Forschung auch in Heidelberg und Karlsruhe Vegan und vegetarisch wirklich gesünder? Neue Studie startet

Bei einer neuen, großangelegten Studie werden auch die sozialen Folgen einer Ernährung mit und ohne Fleisch und Fisch geprüft.

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COPLANT-Studie: Nils lebt schon immer vegan

Auch Familie Bickel nimmt an der Studie teil. Sie sitzt beim Mittagessen zusammen. "Bäääh, Fleisch", sagt Nils Bickel. Allein das Wort ekelt den Fünfjährigen an. Ebenso wie seine Eltern ernährt sich der Junge vollkommen vegan. Mutter Sarah ordnet ein: "Wir hatten viele Bedenken, unsere Kinder vegan zu ernähren, man muss auch kritisch bleiben." So habe die Familie allerdings gemerkt, dass es dennoch gut funktioniert, aber:

Nur weil es bei uns gut funktioniert, heißt es nicht, dass es bei allen funktioniert. Jeder muss das für sich herausfinden.

Familie Bickel lebt vegan und sitzt gemeinsam beim Mittagessen. Sie nimmt an der COPLANT-Studie in Karlsruhe teil.
Familie Bickel lebt ausschließlich vegan und nimmt an der COPLANT-Studie in Karlsruhe teil. Simon Hartmann

Die Ernährungsberaterin ist dennoch der Meinung, dass ohne tierische Produkte ihren Kindern und ihr verschiedene Nährstoffe fehlen könnten. Diese nimmt die Familie in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich. Für Sohn Nils gibt es diese in Gummibärchenform.

Mama vegetarisch: Für die Kinder gibt es Fleisch

Bei Familie Bickel ist der Tenor einstimmig. Sie alle leben vegan. Bei Familie Wittig aus Karlsruhe sieht das anders aus. Dort lebt lediglich Mama Friederike vegetarisch. Ihre Kinder sind beide sogenannte Mischköstler - also eine Ernährung mit Fleisch und pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Friederike Wittig isst weder Fleisch noch bereitet sie es zu. Das übernimmt ihr Ehemann. Dieser kommt aus einer Metzgerfamilie. Aber Sohn Clemens, 12 Jahre alt, betont: "Diskussionen gibt es kaum zu Hause, ich und mein Vater essen eben schon immer Fleisch." Für Tochter Rebekka, 11 Jahre alt, gilt das auch - allerdings fährt sie aktuell ihren Fleischkonsum zurück.

Tiere liegen mir sehr am Herzen und deshalb möchte ich versuchen, sie weniger zu essen.

Im Alltag sieht es auf dem Esstisch der Wittigs also sehr vielfältig aus. So gibt es meistens ein fleischhaltiges Gericht und dazu eine fleischlose Alternative.

Friederike Wittig am Esstisch. Sie lebt vegetarisch - für die Kinder gibt es hingegen Wraps mit Fleischfüllung.
Auch sie werden für die COPLANT-Studie untersucht: Die Mutter Friederike Wittig lebt vegetarisch - für die Kinder gibt es hingegen Wraps mit Fleischfüllung. Simon Hartmann

COPLANT-Studie in Karlsruhe: Das bewegt die Forscher

Für die Forscher des MRI gibt es einiges zu erfassen. Die Erwachsenen kommen im Testzeitraum zweimal an das MRI. Dort werden körperliche Funktionen getestet, beispielsweise die Hand-Griffkraft oder die Knochengesundheit, erklärt COPLANT-Studienleiterin Antje Damms.

Bei den Kindern werden laut der Studienleiterin Fragen zur Ernährung gestellt. Der Blutdruck und Puls werde gemessen, darüber hinaus auch die Größe, das Gewicht sowie der Anteil von Fett und Wasser im Körper.

Es gehe darum zu protokollieren, was die Kinder der Test-Familien zu sich nehmen. Ziel der Studie sei es, eine Ernährungsempfehlung für Kinder geben zu können. Für die COPLANT-Studie werden immer noch weitere Teilnehmer gesucht.

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Autor/in
Simon Hartmann
SWR-Reporter Simon Hartmann bei einer Live-Schalte für SWR Aktuell

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