"Ohne künstliche Beschneiung könnten wir den Laden dicht machen"

Schneekanonen machen Skifahren im Nordschwarzwald möglich - trotz hoher Kosten

Im Nordschwarzwald sind die Skilifte in die Saison gestartet. Das ist aber nur durch künstliche Beschneiung möglich. Die Betreiber müssen viel investieren und es gibt auch Kritik.

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Von Autor/in Tabea Spengler

Einige Skilifte im Nordschwarzwald laufen seit Ende Dezember. Möglich wird der Wintersport auf den Pisten durch Schneekanonen, die die Hänge künstlich beschneien. Es hat zwar in den vergangenen Tagen geschneit. Die Beschneiung ist aber nötig, um den Betrieb der Lifte sicher zu stellen.

Hochbetrieb an den Skiliften an der Schwarzwaldhochstraße

Rund um den Dreikönigstag ziehen die Skilifte an der Schwarzwaldhochstraße immer wieder viele Skifahrer und Snowboarder an, auch in diesem Jahr. In den vergangen Tagen waren die Parkplätze voll und auf den Pisten war viel los. Volle Pisten bedeuten für die Liftbetreiber aber nicht automatisch volle Kassen, denn der Schnee, auf dem die Wintersportler fahren, stammt überwiegend aus Schneekanonen. Und die zu betreiben, kostet viel Geld.

So haben wir Ende Dezember über die geöffneten Skilifte berichtet:

Schwarzwaldhochstrasse

Minustemperaturen und Sonne locken die Wintersportler An der Schwarzwaldhochstraße laufen die ersten Skilifte

Temperaturen um den Gefrierpunkt und nächtlicher Frost. Gute Bedingungen für künstliche Beschneiung an der Schwarzwaldhochstraße. Die ersten Skilifte locken die Wintersportler.

Einmal Beschneien kostet mehrere Tausend Euro

Auch am Mehliskopf und auf Unterstmatt beschneien die Betreiber in diesem Jahr ihre Hänge mit Schneekanonen. Das Wasser für die Schneekanonen am Mehliskopf stammt vom nahe gelegenen Sandsee. In Unterstmatt wurde extra für das Wasser zur Beschneiung ein Becken gebaut. Aber die Beschneiung ist für die Liftbetreiber ein großer Kostenfaktor. Unterstmatt-Liftbetreiber Heiko Fahrner spricht von mehreren tausend Euro. Andreas Kern vom Skilift Mehliskopf sagt, es koste rund 20.000 Euro, um den kompletten Hang zu beschneien.

Andreas Kern, der Geschäftsführer des Skilifts Mehliskopf steht vor der Piste. Im Hintergrund fahren Menschen Ski, die Schneekanonen laufen.
Andreas Kern ist Geschäftsführer des Skilifts Mehliskopf. Durch die Beschneiung des Hangs ist die Skisaison dort erst möglich. Das kostet die Betreiber aber viel Geld.

Ohne Schneekanonen oft keine guten Bedingungen auf Pisten

Trotz der enormen Kosten entscheiden sich die Skilift-Betreiber immer wieder für eine Beschneiung mit Schneekanonen. Ohne das wäre eine Skisaison mit guten Bedingungen häufig nicht möglich, heißt es. Die Skiliftbetreiber müssen diese Investition also tätigen, um überhaupt einen Skibetrieb gewährleisten zu können.

Ohne künstliche Beschneiung könnten wir den Laden dicht machen.

Um die Kosten der Beschneiung wieder zu erwirtschaften, braucht es am Mehliskopf laut Geschäftsführer Andreas Kern mehrere Tage Liftbetrieb. Wenn beschneit wird, müssen die Betreiber sicher sein, dass der Schnee liegen bleibt.

Skifahrende stehen Schlange vor der Kasse der Skipiste Mehliskopf.
Skifahrende stehen am Morgen Schlange vor der Kasse des Skilifts Mehliskopf. Trotzdem ist der Skitourismus im Nordschwarzwald kein Selbstläufer.

BUND sieht Beschneiung kritisch

Patrick Maier, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Nordschwarzwald, sieht die Beschneiung der Pisten mit Schneekanonen kritisch. Neben dem hohen Wasserverbrauch werde auch viel Energie verbraucht. Zudem sei das Summen der Schneekanonen, die häufig auch nachts laufen, störend für Tiere. In niedrig gelegenen Skigebieten stelle sich angesichts des Klimawandels nicht mehr die Frage nach einem Ausbau.

Wer heute im Schwarzwald noch neu in Beschneiungsanlagen investiert, ignoriert die Folgen der Klimakrise.

Klimawandel verändert Skibetrieb im Schwarzwald

Laut Patrick Maier ist der aktuelle Winter ein geradezu perfektes Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels. Anfang November gab es zwar bereits Schnee, durch die milden Temperaturen bis Weihnachten habe man diesen aber nicht erhalten können. Ab Weihnachten war es zwar kalt, aber ohne größere Niederschläge. Somit blieb den Betreibern nur die Beschneiung, um die Pisten öffnen zu können. Bedenken hat Maier auch mit Blick auf die Kosten. Kein Betreiber könne es sich leisten, die Pisten drei- oder viermal pro Saison komplett neu zu beschneien.

Die Sonne scheint auf die mit Schnee bedeckten Skipisten in Unterstmatt.
In Unterstmatt scheint die Sonne auf die Skipiste. Dort setzt Geschäftsführer Heiko Fahrner auf Schneekanonen, um die Skisaison zu ermöglichen.
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