Es ist 19 Uhr. Das Training des Verbandsligisten SV Bühlertal aus dem Kreis Rastatt beginnt. Das Besondere fällt einem aber erst auf den zweiten Blick auf. Denn wer auf den Platz schaut, könnte meinen, doppelt zu sehen. In dem Team gibt es nicht nur ein Zwillingspaar, sondern gleich drei: Moritz und Philip Keller, Lukas und Maximilian Maier sowie Oleksandr und Maksym Holyk.
Trotz schnellen Ballwechseln keine Verwechslungsgefahr
Es ist das entscheidende Training des Teams vor dem nächsten Spieltag. Die Fußballer können sich durch ihre heutige Leistung einen begehrten Platz in der Startelf sichern. Einer der Zwillinge muss diesmal aber aussetzen. Lukas Maier ist verletzt. Deswegen unterstützt er während des Trainings seinen Zwilling Max von der Seitenlinie.
Zu Verwechslungen der Zwillinge kommt es nur selten. "Durch die Frisur und sie sehen natürlich auch nicht identisch aus", erklärt einer ihrer Mitspieler beim Dehnen nach der Übung. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Paare Moritz und Philip sowie Oleksandr und Maksym voneinander darin, dass einer der Zwillinge lange Haare und einen Bart hat. Der jeweils andere hat kurze Haare und ist rasiert.
Nur scheinbar gleich - die Zwillinge Max und Lukas
Kniffliger wird es, Max und Lukas auseinanderzuhalten. Beide haben dieselbe Frisur und sehen auf den ersten Blick nahezu identisch aus. Aber auch bei den beiden gibt es Unterschiede. Max trägt beim Fußballspielen neonpinke Stollenschuhe, Lukas gelbe.
Anders als sein Bruder hat er einen Oberlippenbart und eine Narbe neben seinem rechten Auge. Die ist ein Überbleibsel aus seiner Kindheit: "Als wir vier, fünf Jahre alt waren, haben wir uns im Haus gejagt. Und dann bin ich gegen die Badewanne geflogen", erinnert er sich.
Die beiden haben schon zusammen einiges erlebt. Deswegen gibt es auch eine tiefe Verbindung zueinander. Es passiere häufiger, dass der Pass von Max unterbewusst bei seinem Zwillingsbruder Lukas landet. "Obwohl ich das gar nicht so realisiere, dass ich den jetzt gerade zu ihm spiele. Der fliegt halt einfach hin."
Brüder-Duelle auf dem Fußballplatz
Moritz und Philip sind die ältesten der drei Zwillinge und bringen dementsprechend Erfahrung und Ruhe ins Team. "Die Jungen will man mit heranführen", sagt Moritz. "Deswegen kann man denen schon was mitgeben."
Als Zwilling könne man die Brüder-Duelle der anderen und den schärferen Konkurrenzkampf auf dem Platz gut verstehen, erklärt sein Bruder Philip. "Weil man doch am wenigsten gegen seinen eigenen Bruder verlieren möchte."
Alle zusammen könnten schon mehr als die Hälfte der Startelf füllen. Bisher waren die sechs nur in einem Vorbereitungsspiel gleichzeitig auf dem Feld. "Wenn ich mit meinem Bruder spiele, dann verstehe ich ein bisschen mehr, was er will und was er von mir verlangt", sagt Oleksandr. "Und als wir alle zusammengespielt haben, war das ein besonderes Spiel."