Familienzusammenhalt ist bis heute groß

Großfamilie in Rheinmünster: Genügend Geschwister für eine Fußballmannschaft

Familie Götz kennt in Rheinmünster-Stollhofen fast jeder. Elf der zwölf Geschwister im Alter zwischen 60 und 78 Jahren wohnen im selben Ort. Sie erzählen über das Leben als Großfamilie.

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Von Autor/in Johannes Köhler

Wenn Familie Götz in Rheinmünster-Stollhofen (Landkreis Rastatt) Geburtstag feiert, dann braucht es Platz. Schließlich feiern bei diesen Geburtstagen selten weniger als 30 Leute. Ein handelsübliches Kaffeeservice stößt bei elf Geschwistern mit Anhang also schnell an seine Grenzen. Doch Familie Götz hat für jede Feier bisher eine Lösung gefunden. Auch für Schwester Barbara, die seit 1991 in Kanada lebt und immer per Video zugeschaltet wird.


Der 9. Juni ist für die Geschwister ein ganz besonderer Tag, denn Ursula und die Zwillinge Erika und Monika haben am selben Tag Geburtstag. Das muss gehörig gefeiert werden. Wie diesen Geburtstag feiern die Geschwister jeden Geburtstag gemeinsam. Sie bereiten Geschenke vor, schreiben Gedichte oder führen Sketche auf.

Geschwister aus Stollhofen sehen sich regelmäßig

Auch neben den Geburtstagen sehen sich die Geschwister häufig. Die Schwestern und Schwägerinnen der Familie haben zusammen eine Strickgruppe, in der sie sich in den kalten Monaten regelmäßig treffen.

Die Götz-Männer treffen sich dann gleichzeitig zum Vesper und auf ein Bier. Gerne erinnern sie sich auch an ein Fußballspiel vor zwanzig Jahren, bei dem alle Brüder gemeinsam in einer Fußballmannschaft antraten und ein legendäres 2:2 erkämpften. Auch wenn die damals angefertigten Trikots nicht mehr allen Götz-Geschwistern passen, erinnern sie sich doch gerne an vergangene Tage als Großfamilie.

Es gab kein Privatfernsehen, also haben sich unsere Eltern anders beschäftigt. Gott sei Dank, sonst wären wir heute nicht hier.

Die Brüder der Familie Götz sitzen auf Bierbänken und prosten sich mit Bier zu.
Die Götz-Brüder treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Biertrinken.

Ältere Geschwister hatten es in der Kindheit schwerer

Bei einer Altersspanne von 18 Jahren und insgesamt zwölf Geschwistern halfen die älteren in ihrer Kindheit tatkräftig mit. Besonders Sigrid, die mit 78 Jahren die älteste der zwölf Geschwister ist. Sonntags kochten die älteren Schwestern abwechselnd für die Familie.

Vor allem bei den älteren Geschwistern seien die Eltern noch sehr streng gewesen, berichtet Sigrid. Das hat auch ihr Bruder Klaus, der älteste Bruder der Familie Götz, zu spüren bekommen. Bei manchen im Ort ist er auch einfach als der "Ältschd" bekannt. Schließlich kennt den Götz-Clan in Stollhofen fast jeder. Augenzwinkernd erzählt er, dass er sich habe durchbeißen müssen, denn seine Brüder haben sich bis zu ihrer Geburt noch etwas Zeit gelassen.

Wenn eine (Schwester) geschrien hat, dann hab' ich es abbekommen.

Zwei der drei Schwestern die Geburtstag haben, stehen vor Geschenken, die sie gerade ausgepackt haben.
Monika und Ursula packen ihre Geburtstagsgeschenke aus.

Aufwachsen mit vielen Geschwistern war schön

Trotz der strengen Erziehung der Eltern möchten alle die Kindheit mit den vielen Geschwistern nicht missen. Schließlich war immer was los. "Wenn wir uns nicht gesehen haben, dann haben wir uns gesucht. Wenn wir uns gefunden haben, dann haben wir uns gestritten," erzählt Kurt. Doch der Streit verflog immer schnell und die Kindheit bezeichnen alle nur als einen Traum.

Es gibt schon Diskussionen, aber morgen ist schon wieder alles vergessen.

Zusammenhalt in der Großfamilie auch nach dem Tod der Eltern

Weihnachten mit den Eltern war immer etwas ganz besonderes. Und auch unter dem Jahr war das Elternhaus "Ankunftszentrale von allen", wo sich die Geschwister regelmäßig trafen.

Mit dem Tod der Eltern fiel das weg. Dennoch ist der Zusammenhalt unter den Geschwistern bis heute geblieben. Wenn jemand Hilfe braucht, sind die Geschwister schnell zur Stelle und freuen sich, dass sie einander haben.

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