Lange Tentakel, runde Saugnäpfe, zusammengepresst an einem Dönerspieß. Der Oktopus-Döner sorgt seit Anfang November für Aufsehen in Karlsruhe. Interessierte Blicke gibt es viele, doch nicht jeder traut sich, den etwas anderen Döner auch zu probieren.
Karlsruhe: Oktopus-Döner zieht die Blicke auf sich
Montagmittag, 13 Uhr: Im Restaurant "Pescobar" in der Karlsruher Innenstadt wird der Oktopus-Dönerspieß in Position gebracht, ganz prominent am Fenster zur Straße. Dementsprechend dauert es nicht lange, bis die ersten Passanten den ungewöhnlichen Dönerspieß bemerken und stehen bleiben.
Handys werden gezückt und eifrig Fotos und Videos aufgenommen. Mancher verzieht vor Ekel das Gesicht. Andere trauen sich nach einem kleinen, inneren mit sich Ringen doch ins Restaurant. Der Oktopus-Döner funktioniert - zumindest aus Marketingsicht.
Oktopus-Döner: Fischig, aber besser als gedacht
Ganz so schnell wie in einem normalen Dönerladen gehen die Oktopus-Döner nicht über die Theke. Auch der Preis liegt mit 14 Euro höher. Das bremst die Neugier der Kunden aber nicht. Wie zum Beispiel bei Maximilian aus Karlsruhe. Der 19-Jährige testete den Oktopus-Döner zum ersten Mal und war mit dem Geschmack zufrieden.
Es ist schon anders, weil man sich unter Döner eigentlich richtig schön Fleisch vorstellt. Aber wer Oktopus mag, sollte es probieren!
Auch die Karlsruher Timo, Oleg und Niklas haben sich an den Oktopus-Döner gewagt. Die drei sind ohnehin Fans von Meeresfrüchten, die neue Dönerkreation kostete sie daher keine Überwindung. Geschmacklich konnte die neue Variante die drei überzeugen.
Es schmeckt fischig, aber nicht so sehr wie man denkt. Der Oktopus ist auch weicher als gedacht. Es ist anders, aber es schmeckt.
Nicht jeder feiert den Oktopus-Döner
Aber nicht alle feiern den Oktopus-Döner. Gerade auf Social Media gibt es auch Kritik. Manche ekelt schon allein die Vorstellung. Andere kritisieren den Döner aus Tierschutzgründen und merken an, dass Oktopusse hoch empfindsame und intelligente Tiere seien. Vereinzelte Kommentare bemängeln auch, dass der Oktopus-Dönerspieß "nur Show" sei. Das Fleisch käme tatsächlich aus einer Tiefkühlbox und werde gebraten.
Der Oktopus werde am Dönerspieß nicht durchgebraten, erzählt ein Mitarbeiter des Restaurants. Vielmehr werde der gefrorene Spieß dort aufgetaut, gebraten wird das Fleisch dann auf einer Kochfläche. Zwischendurch kann vor Ort beobachtet werden, wie frisches Fleisch aus einer Tiefkühlbox nachgelegt wird, statt vom Spieß abgeschnitten. Der viel fotografierte Oktopus-Dönerspieß hat also durchaus auch eine Marketingfunktion.
Karlsruhe nicht zufällig Standort für den Oktopus-Döner
Dass es den Oktopus-Döner ausgerechnet in Karlsruhe gibt, ist kein Zufall. Dahinter steckt die rumänische Restaurant-Kette "Pescobar". Gründer Paul Nicolau hat nach eigenen Angaben Karlsruhe als Standort ausgewählt, weil es hier eine große rumänische Gemeinschaft gibt. Neben mehreren Lokalen in Rumänien hat Nicolau demnach auch schon Restaurants in London und Brüssel eröffnet. Ob auch sein Laden in Karlsruhe ein Erfolg wird, wird die Zeit zeigen.