Alle haben ein breites Grinsen im Gesicht, denn es geht wieder los, der Frühling lockt, und die Maschinen sind bereit für die erste Ausfahrt nach dem Winter. Roland Seiter, Jürgen Karcher, Andreas Beck und Christoph Beck freuen sich darauf, sich wieder den Wind um die Nase wehen zu lassen. Mit ihren alten Zweirädern ist eine Tour ins Rebland bei Baden-Baden geplant.
Es kribbelt schon, wenn der März da ist, dann geht es wieder los.
Motorradsaison 2026: Vorfreude kommt auf
Die Vorfreude ist groß, der Winter war lang. Werden die Tage wieder wärmer, dann kribbelt es die Motorradfreunde. Sie freuen sich auf das "erste Mal" im neuen Jahr. In der Garage ein Technikcheck der alten Motorräder, den Staub vom Lack wischen, schon mal eben draufsetzen. Und wenn das Wetter passt, die Sonne lacht, wird das Motorrad nach der Zwangspause wieder angeworfen. Für die Freunde alter Zweiräder aus Baden-Baden heißt das: mit dem Kickstarter die Maschinen anwerfen, auf in den Sattel und gemütlich knatternd in die Saison starten.
Der Gruppe geht es um Genuss, nicht um Geschwindigkeit
Knatternd, brummend und bollernd geht es los: mit einem Achtzigerjahre-Vesparoller, der knapp über 50 fährt, einer Horex Regina, Baujahr 1952 und zwei BMW aus den Achtzigerjahren. Gemächlich fährt der Tross auf kleinen Straßen Richtung Weinberge. Der Genuss am Fahren, am Geräusch der betagten Maschinen und natürlich auch der Ausblick auf die malerische Gegend rund um Baden-Baden Steinbach gehört dazu.
Gemütlich durch die Gegend tuckern, ich will was von der Landschaft sehen. Und dann sitzt man da grinsend auf dem Motorrad.
Christophs Vater Andreas Beck ist 66 und fährt mit einer Vespa, die schmale sechs PS hat. Aber ihm gefällt es, man kriege mehr von der Umwelt mit, meint er. "Was habe ich davon, wenn ich mit 120 durch die Gegend sause", sagt Andreas Beck. Gemütlich und entschleunigend, das mache ihm Spaß.
"Sie klingt gut" - Jürgen Karcher ist Fan von Oldtimern
Auch Jürgen Karcher, selbst 69 und seine BMW immerhin schon 43 Jahre alt, ist ein Fan alter Motorräder. "Sie klingt gut, man kann gemütlich fahren und auch mal flott", berichtet er grinsend von seinem leuchtend orangefarbenen Oldtimerzweirad. "Das habe einen besonderen Reiz gegenüber dem Modernen", versichert der Besitzer einer Tankstelle.
Besonders lang und kalt war der vergangene Winter - und der Start in die Motorradsaison einfach toll, da sind sich die vier Motorradfreunde einig. Es sei wieder ein Stück Freiheit, meint Roland Seiter. "Im Frühling die ersten Schmetterlinge sehen, mit der alten Kiste durch Seitensträßchen fahren, bisschen Spaß haben, mal halten, wo es schön ist, die Aussicht genießen, das ist es, was Freude macht", so berichtet er strahlend von der Faszination mit alten motorisierten Zweirädern unterwegs zu sein.
Da geht es nicht um Rasen oder schnelles Fahren, sondern einfach auf der Kiste sitzen und schöne Kilometer machen.
Und so fahren die vier Motorradfreunde zum Start in die Saison entspannt durch das Rebland bei Baden-Baden. Kleine kurvige Straßen, enge Gassen und es geht immer bergauf. Zwei Passanten stehen am Straßenrand und grinsen beim Vorbeifahren des museumsreifen Zweiradquartetts. Oben angekommen in den Weinbergen parken die Herren ihre zweirädrigen Oldtimer um die Aussicht zu genießen.
Roland Seiter: Es gibt nicht pauschal "die Motorradfahrer"
Und dann wird noch der Ruf der Motorradfahrer thematisiert. Es gebe nicht pauschal "die Motorradfahrer". Dafür gebe es einige, die fahren sehr schnell, gerade auf und rund um die Schwarzwaldhochstraße, sagt Roland Seiter. Die fallen auf, über die werde gesprochen. Das sei aber ein kleiner Prozentsatz, die allermeisten fahren ganz normal. Man könne nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, erklärt der Oldtimerfan. Und dann fahren die vier tollkühnen Männer auf ihren knatternden Kisten wieder zufrieden grinsend nach Hause.