Verzweiflung bei Betroffenen ist groß

Karlsruhe rüstet sich im Kampf gegen invasive Ameisen

In Kehl und anderen Orten in Baden-Württemberg ist es schon passiert: Jetzt sollen in Karlsruhe invasive Ameisen systematisch bekämpft werden. Das ist aber eine Mammutaufgabe.

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Von Autor/in Heiner Kunold

Die Verzweiflung bei Betroffenen ist groß: Im dritten Jahr der "Ameiseninvasion" werden die Rufe in Karlsruhe nach öffentlicher Hilfe immer lauter. Die Tiere sind nur wenige Millimeter groß - trotzdem ist die Bekämpfung eine Mammutaufgabe. Die Stadt will nun den Kampf ganz systematisch aufnehmen und hat dazu einen Plan ausgearbeitet. Der wird heute im Gemeinderat vorgestellt.

Wegen Ameisenplage: Gartenbauamt bekommt Verstärkung

Während in anderen Ämtern und Behörden der Stadt wegen akut leerer Kassen mittlerweile ein Einstellungsstopp verordnet wurde, hat das Gartenbauamt noch Verstärkung bekommen. Zwei professionelle Ameisenbekämpfer wurden bereits vergangenes Jahr eingestellt. Sie sollen gegen die Eindringlinge vorgehen. Und zwar mit Heißwasserdampf. Dazu wird gerade ein Spezialgerät beschafft. Für die Ameisenbekämpfer heißt es also abwarten.

Vor der eigentlichen Bekämpfung muss genau ausgearbeitet werden, wie man vorgehen soll. Die Ameisenkolonien werden zu diesem Zweck zunächst genau lokalisiert. Zum Beispiel im Karlsruher Stadtteil Neureut. Dort entlang der Unterfeldstraße sind mittlerweile 26 Straßen von Tapinoma Magnum befallen. Eine Superkolonie mit mehreren Millionen Ameisen, organisiert in mehreren Satellitenvölkern, die aber alle zusammen gehören.

Invasive Ameisen in Karlsruhe: Zwei Arten sind mittlerweile bekannt

In Karlsruhe gibt es inzwischen acht bekannte Großkolonien invasiver Ameisen. Ganze Straßenzüge in der Weststadt oder im Zentrum sind mittlerweile befallen. Sieben dieser Ameisenvölker sind der Gattung Tapinoma Magnum zuzurechnen. Außerdem wurde eine weitere gebietsfremde aber hochgradig störende Ameisenart entdeckt: Sie trägt den Namen Lasius Neglectus und stammt ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum. Was beide Arten verbindet: Sie bilden sogenannte Superkolonien mit Millionen von Tieren und können nur sehr schwer bekämpft werden.

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Aber es gibt erfolgreiche Methoden. Sie wurden nicht in Kehl (Ortenaukreis), sondern vielmehr in Zürich getestet. Sie sehen ein systematisches Vorgehen von öffentlicher Hand und Anwohnern vor. Anders sei dem Ameisenproblem nicht mehr beizukommen, betont Karen Eßrich. Sie ist Koordinatorin für invasive Arten der Stadt Karlsruhe.

Ameisen müssen gemeinsam bekämpft werden

Um Tapinoma dort erfolgreich zu bekämpfen, müssen die Herde systematisch angegangen werden. Man muss die Ameisen quasi einkreisen, die Bekämpfung von außen nach innen vornehmen, um der invasiven Art keine Möglichkeit zu lassen, noch auszubrechen. Die Ameisen werden demnach nicht verjagt, sondern vernichtet.

Grundvoraussetzung zur Bekämpfung der Tapinoma Magnum: Stadt und private Anlieger müssen unbedingt zusammen arbeiten, sonst funktioniert die Bekämpfung nicht. Die Stadt übernimmt daher die Bekämpfung im öffentlichen Raum.

Es ist so, dass wir gleichzeitig beginnen können und müssen. Wir werden alle Bürgerinnen und Bürger in den befallenen Gebieten mit einem Brief anschreiben. Darin teilen wir mit, wann wir mit der Bekämpfung anfangen - und auch da empfehlen wir, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.

Privatpersonen müssen die Bekämpfung selbst übernehmen. Die Stadt steht aber beratend zur Verfügung und will koordiniert vorgehen. Sie gibt Anleitungen und Informationen, wie Ameisen kostengünstig bekämpft werden können. Die Informationen sind hier zu finden.

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Heiner Kunold
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Fabiola Germer
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