Tim Gruber aus Karlsruhe hat ein Leben gerettet - dafür bekommt er die sogenannte Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg. Diese wurde ihm am Nachmittag in Karlsruhe verliehen. Mit der Rettungsmedaille werden Menschen ausgezeichnet, die unter besonders schwierigen, mit Gefahr für das eigene Leben verbundenen Umständen, Menschen aus Lebensgefahr gerettet haben.
Zwischen Anschlussstellen Esslingen und Wendlingen Unfall und Brand eines Lkw auf der A8 - Zeuge rettet Fahrer vor dem Feuer
Ein Lkw-Fahrer hatte auf der A8 am Samstagmorgen wohl schwere gesundheitliche Probleme. Nach einem Unfall fängt sein Lkw an zu brennen. Ein Mann rettet den eingeschlossenen Fahrer.
Umgekippter Lkw steht auf A8 in Flammen
Der Anlass für die Auszeichnung bei Gruber ist eine Rettungsaktion, die bereits mehr als ein Jahr zurückliegt: Eigentlich wollte Tim Gruber aus Karlsruhe im Oktober vergangenes Jahr zusammen mit seinem Kumpel Marco Bischof im Allgäu Bergsport machen. Doch auf dem Weg über die A8 bei Wendlingen (Kreis Esslingen) passiert wenige Meter vor den beiden Freunden ein Unfall.
Gruber und Bischof sehen einen umgekippten Lkw - und sie sehen Flammen. Beide zögern nicht lange, wählen den Notruf und rennen zu dem brennenden Fahrzeug.
Hier sehen Sie Tim Gruber und Marco Bischof zu Gast bei der SWR Landesschau
Lkw liegt auf der Seite, Fahrer ist eingesperrt
Doch die Kabine liegt auf der Seite - der Lkw-Fahrer ist eingeschlossen und droht, lebendig zu verbrennen. Tim Gruber und Marco Bischof beschließen, die Scheibe einzuschlagen. Dem SWR sagte Gruber später, er habe immer einen kleinen Feuerlöscher im Auto. Mit dem habe er so lange auf die Windschutzscheibe des Lkw eingeschlagen, bis sie gebrochen sei.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich da draufgeschlagen habe. Am Anfang hat man nur gemerkt, da ist ein kleiner Riss drin oder es splittert ein bisschen.
Scheibe mit Feuerlöscher eingeschlagen
Als endlich eine Hand durch den eingeschlagenen Riss in der Scheibe passt, reißen die beiden Männer mit bloßen Händen möglichst viel von der Scheibe raus. Und es geht gut aus: Tim Gruber und Marco Bischof schaffen es, den Lkw-Fahrer durch das Loch in der Scheibe herauszuziehen und ihn hinter der Leitplanke in Sicherheit zu bringen.
Wenige Minuten später brennt das Fahrerhaus lichterloh. Für Tim Gruber ist klar: Dem Mann zu helfen war für ihn selbstverständlich: "Der Fahrer war da drin. Man kann ihn nicht einfach da drin lassen und zugucken, wie der verbrennt. Also das war gar keine Option."
Vergangenen Samstag bei Wendlingen Brennender Lkw auf A8: Wie zwei junge Männer den Fahrer gerettet haben
Zwei Männer beweisen Heldenmut: Am Straßenrand sehen sie einen brennenden Lkw, der Fahrer in Lebensgefahr. Im Gegensatz zu anderen Autofahrern helfen die beiden.
Andere ignorierten die Verletzten
Damit handeln er und sein Begleiter Marco Bischof entgegen anderer Verkehrsteilnehmer an diesem Morgen - eine Gewissheit, die beide zutiefst schockiert, wie Tim Gruber dem SWR erzählt: "Es scheint so, als ob jemand aussteigt und helfen will und sagt: ‘Hey, Du hast blutige Hände, kann man Dir irgendwie helfen?‘"
Aber so sei es nicht gewesen. Stattdessen seien andere Autofahrerinnen und Autofahrer durch die Rettungsgasse an den verletzten Helfern und dem geretteten Lkw-Fahrer vorbeigefahren.
Das Traurige, was uns eigentlich auch mitgenommen hat, war, dass Fahrer von weiter hinten in die Rettungsgasse ausgeschert haben und nach vorne gefahren sind, um eben noch an der Unfallstelle vorbeizufahren.
Die beiden Ersthelfer erlitten bei der Hilfsaktion Schnittverletzungen an den Händen. Und der Lkw-Fahrer? Er wurde bei dem Unfall und der Rettungsaktion zwar verletzt, aber er lebt.