Hygieneverstöße wegen versiffter Restaurantküchen und Mäusekot auf Arbeitsflächen stellen Lebensmittelkontrolleure immer wieder fest. Viele Betriebe müssen dann schließen und dürfen erst nach Beseitigung der Mängel wieder öffnen. Eine Ekel-Auswahl, die die Lebensmittelüberwacher im Laufe des Jahres 2025 feststellten.
Wenig appetitlich: Mäusekot auf Verpackungen
In einem Mannheimer Discounter lagen laut einem Bericht der Lebensmittelkontrolleure Backwaren offen auf verdreckten Blechen und Mäusekot auf Verpackungen. Die Filiale durfte nach einer positiven Nachkontrolle wieder öffnen.
Auch in einem Restaurant im Glottertal (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) fanden Kontrolleure Mäusekot über Arbeitsflächen, Essstäbchen und sogar Mikrofasertüchern. Im Thekenbereich lag auf dem Arbeitstisch direkt unter dem Bubble-Tea-Shaker sowie unter dem Kaffeeautomaten ebenfalls Mäusekot. Nach einer Maßnahme zur Schädlingsbekämpfung wurde der Betrieb wieder freigegeben.
Mäuse flitzen über Donut-Wagen
In einem Stuttgarter Donut-Geschäft liefen laut der Lebensmittelüberwachung Mäuse über Donut-Wagen, Urinspuren waren unter Schwarzlicht sichtbar. Auf Rollwagen gelagerte Donuts waren angefressen und auf Verpackungen für einen Essenslieferanten waren Mäuseköttel, wie die Experten in ihrem Bericht notierten.
Urinspuren von Nagern fanden die Kontrolleure auch in einem gehobenen Freiburger Supermarkt: Vor allem in den Regalbereichen, wo Kekse, Schokolade und Knabbersachen lagen, wurden erhebliche Mengen an Kot sowie Urinspuren festgestellt, ebenso wie in den Regalen mit Teigwaren, Backzutaten und vorverpackten Backwaren. Bei der Nachkontrolle waren die Mängel laut dem Bericht überwiegend beseitigt, die Schließung wurde aufgehoben.
Gammelfleisch und säuerlicher Geruch
Verdorbenen Döner gab es in einem Imbiss in Freiburg: Kontrolleure fanden verschimmeltes Fleisch, dreckige Kühleinrichtungen und Gemüse auf dem Boden. In einer Kühlschublade im Thekenbereich wurde vorgegartes Fleisch gelagert. Dieses war laut Bericht schmierig und an mehreren Stellen von weißen pelzigen Fäden überzogen. Es war offensichtlich verschimmelt. Im Kühlschrank in der Vorbereitungsküche wurde eine Packung rohes Hackfleisch gefunden - auch verdorben. Für den Laden gab es eine Zwangspause. Nachdem er gründlich gereinigt und desinfiziert war, durfte er wieder öffnen.
Bei einer Kontrolle eines Fleisch- und Fischverkaufs in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) stand laut der Lebensmittelüberwachung auf der Gefriertruhe im Lebensmittellager ein Aschenbecher mit Zigarettenstummeln und Asche. In den tiefen Furchen des Fleischschneidebretts lagerten Fleischreste. Es war ein säuerlicher Geruch wahrnehmbar. Nach einer Grundreinigung wurde die Betriebsschließung später aufgehoben.
Ratten, Maden, Motten
In einer Waldshuter Bäckerei entdeckten die Kontrolleure eine halb mumifizierte stinkende Ratte, Ameisen, Fruchtfliegen und Schimmel. Auch Teigmaschinen waren verdreckt. Erst nach Komplettreinigung durfte weiter gebacken werden. In einer Karlsruher Pizzeria labten sich Schaben: Dort krochen Kakerlaken in einer Kühlbar für Salat und im Teigbereich. Ein Hackklotz in der Küche hatte tiefe Riefen, in denen sich Schmutz angesammelt hatte. Nach zwei Nachkontrollen wurde das Restaurant wieder geöffnet, wie die Lebensmittelkontrolle vermerkte.
Einen anderen Fall listeten die Experten in einem Supermarkt in Rastatt: In Kisten, in denen Nüsse und getrocknete Früchte gelagert wurden, wurde ein starker Befall mit Maden und Motten festgestellt. Zudem flogen zahlreiche Motten im Verkaufsraum umher. Die Entsorgung der betroffenen Lebensmittel sowie eine professionelle Schädlingsbekämpfung wurden angeordnet. Das Geschäft durfte später wieder öffnen.
Hygieneverstöße kennen keine Preisklasse
Auch Luxusresorts fallen manchmal bei der Hygieneprüfung durch: Ein Betreiber in Fichtenau-Neustädtlein (Kreis Schwäbisch-Hall) hatte beispielsweise abgelaufene Tomaten, falsche Fleischangaben und unhygienische Geräte. Er behob sämtliche Mängel.