Am Freitagabend (24. April) beginnen die 74. Schwetzinger SWR Festspiele, in diesem Jahr unter dem Motto "Haltung". Den Auftakt macht wie immer die Uraufführung einer Oper. Bis zum 23. Mai stehen dann über 50 Konzerte und andere Veranstaltungen auf dem Programm. Viele von ihnen mit Musik aus dem klassischen Repertoire. Dem Festival geht es neben der Tradition aber auch darum, Neues zu bieten. Dabei spielen Musikvermittlungsprojekte und der Austausch mit Menschen aus der Region eine wichtige Rolle.
Alle Infos zu den Schwetzinger SWR Festspielen (Programm, Tickets etc.) gibt es hier:
Klassik-Festival Schwetzinger SWR Festspiele: Haltung
Die Schwetzinger SWR Festspiele vom 25. April bis zum 23. Mai 2026 unter dem Motto „Haltung“ statt. Eröffnet wird das Festival mit der Uraufführung der Oper „Malina“ nach Ingeborg Bachmann.
SWR Festspiele: Vom Familienkonzert bis zu öffentlichen Pop-Up-Konzerten
Für junge Menschen gibt es unterschiedliche Angebote, vom Familienkonzert bis hin zu der Reihe "Lauschrausch", wo Schulklassen bei den Proben von großen Musiktheaterinszenierungen dabei sein können. Unter dem Motto "Frei Haus" konnten sich Interessierte als Gastgeber bewerben für sogenannte Pop-Up-Konzerte mit dem Signum-Quartett.
Mir ist es wichtig, dass wir die Kunst zu den Menschen bringen. Wir haben viele Veranstaltungen, wo wir in die Stadtgesellschaft rausgehen hier aus unserem geschützten Park und den Schlosssälen.
Es gebe beispielsweise Konzerte in einem Fitnessstudio oder auf dem Schwetzinger Spargelmarkt. Ziel sei es, "die vermeintliche Hürde überspringbar zu machen" und den Menschen zu zeigen, was das für eine universelle und verbindende Sprache Musik sei. Seitdem Cornelia Bend im vergangenen Jahr die Leitung der Schwetzinger SWR Festspiele übernommen hat, geht es ganz klar darum, rauszugehen aus der sogenannten "Klassikbubble".
Ein Bürger-Projekt-Ensemble spielt gleich am Anfang in der Orangerie
Gleich am Samstagnachmittag kann man in der Orangerie des Schwetzinger Schlosses ein Konzert hören, bei dem Laienmusikerinnen und -musiker aus Schwetzingen und Umgebung mitspielen. Man konnte sich im Vorfeld dafür bewerben. Herausgekommen ist das 18-köpfige Mittendrin-Projekt-Ensemble - unter anderem mit einer E-Bassistin und einem Flötisten, einer Marimba-Spielerin und einem Elektro-Musiker mit analogen Synthesizern. Ihr Alter reicht von 13 bis Mitte 70. Sie spielen die Komposition "In C" von Terry Riley. Das ist kein fertiges Stück im herkömmlichen Sinne, sondern besteht aus rund 50 Melodie-Stücken, die die Musiker so anordnen können, wie sie wollen.
Es ist egal, wie oft wir die spielen, wir müssen nur ungefähr zusammen sein und am Ende dann langsam abklingen. Und das klingt halt total schön.
Das Stück gehört zur sogenannten "Minimal-Music", die man auch als Vorläufer des Techno-Musik sehen kann. Geleitet wird das Ganze von Dorothee Oberlinger, Flötistin und eine der diesjährigen Residenzkünstlerinnen bei den Festspielen. Für sie ist das Stück absolut passend für das Festivalmotto "Haltung". Weil man bei aller Freiheit auf einander zuhören müsse. Niemand sei ein Einzelkämpfer, man müsse sich einbringen und anpassen gleichermaßen.
SWR Klangkörper, hochkarätige Gäste und Mannheimer Dragqueens
Bis zum 23. Mai können Musik-und Kulturinteressierte ein vielseitiges Programm erleben. Mit hochkarätigen Gästen und SWR Klangkörpern wie dem Symphonieorchester oder dem Vokalensemble. Mit Konzert-Nachgesprächen zur Einordung dessen, was man gehört hat und einem Nachtkonzert, bei dem neben Mozart auch Led Zeppelin auf dem Programm steht. Es gibt Lesungen und das SWR-Kultur-Musikstundenrätsel im Live-Format. Außerdem eine Neuinterpretation der Bizet-Oper "Carmen", an der die Dragqueens "Queens of Mannheim" beteiligt sind - "CarMEN" ist der Titel dieses Experiments. Vieles davon findet in den Räumen des Schwetzinger Schlosses oder dem dazugehörigen Schlosspark statt - einem der schönsten Veranstaltungsorte der Rhein-Neckar-Region.