Von Donnerstag an ist wieder der traditionelle Fasnachtsmarkt in der Mannheimer Innenstadt geöffnet. Vor fast einem Jahr, am 3. März 2025, war ein Autofahrer mit einem Kleinwagen mittags durch die zentrale Fußgängerzone gerast, vorbei an den Verkaufsständen des Fasnachtsmarkts. Eine Frau und ein Mann kamen dabei ums Leben, weitere Passanten wurden zum Teil schwer verletzt. Wie sicher fühlen sich die Menschen in Mannheim ein Jahr danach? Und wie haben sich Stadt und Polizei vorbereitet?
Fasnachtsmarkt endet am Dienstag mit der Straßenfasnacht
In diesem Jahr gibt es laut Stadt rund 60 Attraktionen - von Gastronomie über Bühnen bis hin zu Spielgeschäften. Der Fasnachtsmarkt wird am Donnerstag um 17:30 Uhr von Mannheims Kulturbürgermeister Thorsten Riehle (SPD) am Wasserturm mit einem Fassbieranstich eröffnet. Am Samstag findet dann ein kleiner Umzug der Karneval-Kommission Mannheim von der Kurpfalzbrücke bis zum Wasserturm statt. Zum Abschluss am Fasnachtsdienstag steht die Straßenfasnacht auf dem Programm: Von 14:11 Uhr bis 22 Uhr wird der Bereich um den Wasserturm und den Paradeplatz sowie der Fußgängerzone Planken zu einer Partymeile mit zusätzlichen Musikbühnen. Der diesjährige Fasnachtsumzug Mannheim - Ludwigshafen findet am Sonntag (15. Februar) in Ludwigshafen statt.
"Eine hundertprozentige Sicherheit haben wir leider nie"
Ähnlich wie bei anderen Veranstaltungen mit großen Besucherzahlen, wie zum Beispiel Weihnachtsmärkten, erstellt die Stadt nach eigenen Angaben "umfangreiche Sicherheitspakete". Auch der Zufahrtsschutz sei in besonderem Fokus. Der Fasnachtsmarkt am Wasserturm werde zum Beispiel wieder mit sogenannten Terrorsperren abgesichert, so Riehle. Terrorsperren sind auf dem Boden aufgesetzte Poller, die Autos oder Lkw an einer Weiterfahrt hindern sollen.
Wegen des Umzugs werden am Samstag nach Angaben der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) die Breite Straße und die Planken für den Bahnverkehr zeitweise gesperrt. Auch am Fasnachtsdienstag fahren - wie in den vergangenen Jahren - keine Straßenbahnen durch die Planken. Durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen werde die Durchfahrt erschwert, so die Stadt. "Klar ist aber: Eine hundertprozentige Sicherheit haben wir leider nie", sagte Thorsten Riehle dem SWR. Man sei im Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Konkrete Maßnahmen teilte die Stadt aus Sicherheitsgründen nicht mit. Klar ist aber, dass je nach Sicherheitslage die Einsatzpläne verändert werden könnten: Es könne zum Beispiel sein, dass mehr Sicherheitspersonal und mehr Polizei in zivil unterwegs sind, so Riehle weiter.
Die Amokfahrt hat uns alle tief erschüttert. Wir dürfen uns davon aber zukünftig nicht abhalten lassen, anlässlich der Straßenfasnacht eine schöne Zeit zu verbringen.
Polizei Mannheim: Sicherheitsgefühl soll gestärkt werden
Das Polizeipäsidium Mannheim ist an der Erstellung des Sicherheitsplans mitbeteiligt: Die Beamtinnen und Beamten werden "auch in diesem Jahr mit lageangepassten Präsenzmaßnahmen die verschiedenen Veranstaltungen (...) begleiten." Das teilte Sabine Abeln, Sprecherin der Polizei Mannheim, auf SWR-Anfrage mit.
Dabei ist unser wesentliches Ziel, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken und durch sichtbare Präsenz einen Beitrag zur Sicherheit zu leisten.
Die Tat vom Rosenmontag 2025 sei "natürlich immer noch präsent", so die Sprecherin weiter. Umso mehr arbeite man mit den Veranstaltern und allen anderen Behörden und Institutionen zusammen.
Wie sicher fühlen sich die Menschen in Mannheim? Eine Umfrage unter Passantinnen und Passanten:
Nach Amokfahrt: Gedenkfeier am 3. März geplant
Der diesjährige Rosenmontag fällt auf den 16. Februar. An diesem Tag soll der Fasnachtsmarkt in der Innenstadt regulär geöffnet sein, so die Stadt. Am 3. März, genau ein Jahr nach der Amokfahrt, soll es dann ungefähr zur Tatzeit eine Gedenkveranstaltung in der Mannheimer Citykirche Konkordien in der Innenstadt geben. "Wir werden an diesem Tag an die Opfer, aber insbesondere an die Menschen, die traumatisiert wurden, gedenken", sagte Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) dem SWR.